In aller Kürze: Was sind die Auswirkungen der CRR III auf das Kreditgeschäft?
Die CRR III Anforderungen wirken entlang des gesamten Kreditvergabeprozesses, d.h. bereits bei Feststellung des Finanzierungszwecks spüren wir erste Auswirkungen. Zudem wirken sich höhere Risikogewichte zum Teilen unvorteilhaft auf die Eigenmittelsituation aus, sodass die konsequente Nutzung von Realkreditsplittung von der Kür zur Pflicht wird.
Können Sie das anhand eines Praxisfalles skizzieren?
Eine Bank mit gemischten Immobilienfinanzierungsportfolio verspürt z.B. mit der Einführung der CRR III eine Verschlechterung ihrer Gesamtkapitalquote von bis zu 3 %. Das ist eine Menge, wenn man bedenkt, wieviel Kapital dadurch gebunden wird, ohne, dass man „neu“ investiert hat. Die Lösung kann nur eine gezielte Analyse der RWA sein, mit dem Ziel Reduzierungen vorzunehmen. Die gleiche Bank könnte z.B. durch konsequentes Realkreditsplitting sowie Ausnutzung weiterer Erleichterungen oder Optionen der CRR dem Effekt deutlich entgegenwirken.
Wo liegen hier Wachstumschancen und was sind die Erfolgsfaktoren?
Die Chance liegt klar in einer sauberen Datenqualität entlang des gesamtes Kreditprozesses, beginnend in den Markeinheiten, über die Marktfolge bis hin zum Meldewesen gemäß dem Motto „shit in shit out“. Dabei ist ein entscheidender Erfolgsfaktor, die agierenden Mitarbeitenden einzubeziehen, um ein übergreifendes Verständnis für Prozessanpassungen und Datenanforderungen zu erhalten.
Daneben liefern noch offene Auslegungsentscheidungen, z.B. die Nutzung des Property Value, weitere strategische Chancen im Sinne einer marktwertnahen Bewertung sowie RWA Einsparungen. Die konsequente Nutzung des Realkreditsplittings ist und bleibt daneben unbenommen der Dreh- und Angelpunkt einer erfolgreichen Ausrichtung des Kreditgeschäfts.