Von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen über politische Interessenvertretung bis hin zu Nachhaltigkeitsreporting und Künstlicher Intelligenz: Die Frühjahrssitzung des Fachrats Verkehr & Logistik am 20. April 2026 in Baunatal zeigte, welche Themen die Branche aktuell bewegen – und wo der Genoverband gemeinsam mit seinen Mitgliedern ansetzt.
Der Fachrat der Fachvereinigung Verkehr & Logistik kam am 20. April 2026 im GenoHotel Baunatal zu seiner Frühjahrssitzung zusammen. Nach der Eröffnung durch den Fachratsvorsitzenden Thomas Fahrtmann stand zunächst die Kooption von Stephan Böschemeier, Vorstand der SVG Bundes-Zentralgenossenschaft Straßenverkehr eG, in den Fachrat auf der Tagesordnung. Damit setzte die Sitzung gleich zu Beginn ein sichtbares Zeichen für Kontinuität, Vernetzung und die aktive Weiterentwicklung des Gremiums.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt lag auf dem Update aus dem Genoverband. Peter Götz ordnete die wirtschaftliche Lage ein und spannte den Bogen von den aktuellen Herausforderungen für Unternehmen bis hin zu Entwicklungen innerhalb der Verbandsfamilie. Ergänzend stellten Christoph Gottwald, Folkmar Schmidt und Dr. Stefan Touchard die zukünftige organisatorische Ausgestaltung der Fachvereinigung Verkehr & Logistik vor. Im Mittelpunkt standen dabei die Struktur und Branchenvielfalt der Fachvereinigung sowie die weitere Aufstellung innerhalb des Genoverbandes ab dem 1. Mai 2026.
Auch die politische Interessenvertretung nahm breiten Raum ein. Dr. Andreas Eisen berichtete über die aktuellen Schwerpunkte der Verbandsarbeit und machte deutlich, worauf es aus Sicht der Genossenschaften jetzt ankommt: weniger Bürokratie, verlässliche Investitionsbedingungen, schnellere Genehmigungsverfahren sowie leistungsfähige Verkehrs- und Digitalinfrastrukturen. Zugleich wurde unterstrichen, dass genossenschaftliche Unternehmen ihre Stärken als regionale, kooperative und zukunftsfähige Wirtschaftsform noch sichtbarer in politische Debatten einbringen müssen.
Mit dem Nachhaltigkeitsreport für die Verkehrs- und Logistikbranche rückte anschließend ein Thema in den Fokus, das für viele Unternehmen weiter an Bedeutung gewinnt. Michael-Christian Wörner stellte die freiwilligen VSME-Standards für kleine und mittlere Unternehmen vor und zeigte auf, wie sich Nachhaltigkeitsinformationen strukturiert, praxisnah und mit Blick auf unterschiedliche Stakeholder aufbereiten lassen. Die Botschaft war klar: Nachhaltigkeitsberichterstattung ist längst nicht mehr nur ein regulatorisches Randthema, sondern wird zunehmend zu einem Wettbewerbs-, Finanzierungs- und Kommunikationsthema für Unternehmen der Branche.
Am Nachmittag richtete sich der Blick dann noch stärker auf Zukunftsgestaltung und konkrete Unterstützung im Unternehmensalltag. Claus-Arnim Rohwer stellte die Angebote der GenoAkademie für die Fachvereinigung Verkehr & Logistik vor – von Qualifizierungsformaten in Ausbildung und Führung bis hin zu digitalen und genossenschaftsspezifischen Themen. Direkt daran anknüpfend zeigte Christian Dicke von der AWADO GmbH, welche Chancen der Einsatz von Künstlicher Intelligenz für Unternehmen eröffnet. Im Mittelpunkt standen Effizienzpotenziale, praxistaugliche Anwendungsfälle und die Frage, wie KI-Einführung, Governance und regulatorische Anforderungen sinnvoll zusammengeführt werden können.
Die Sitzung machte damit einmal mehr deutlich: Der Fachrat ist nicht nur ein Forum für den Austausch, sondern ein wichtiger Impulsgeber für die inhaltliche und strategische Weiterentwicklung der Fachvereinigung Verkehr & Logistik. In diesem Zusammenhang sollte auf jeden Fall die Mitgliederversammlung der Fachvereinigung Verkehr & Logistik am 9. und 10. September 2026 in Dresden vorgemerkt werden.