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„Zukunft geht nur genossenschaftlich“ – Politik trifft Praxis in Thüringen setzt klare Leitplanken für den ländlichen Raum

  • 23.02.2026
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Mit dem Dialogformat „Politik trifft Praxis“ hat der Genoverband e. V. am 18. Februar 2026 erneut den direkten Austausch zwischen genossenschaftlicher Praxis und Landespolitik gesucht. In Erfurt diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Agrar-, Energie-, Obstbau-, Molkerei- und Raiffeisen Warengenossenschaften mit Staatssekretär Marcus Malsch über die zentralen Zukunftsfragen des ländlichen Raums in Thüringen.

Dabei wurde früh eine klare politische Leitlinie formuliert. Staatssekretär Marcus Malsch machte deutlich: „Genossenschaften sind elementar für die Zukunft. Die Herausforderungen im ländlichen Raum lassen sich nur gemeinsam lösen – Zukunft geht nur genossenschaftlich.“ Peter Götz bestätigte, dass sich dies in der kleinen Auswahl der Genossenschaften in der Runde schon deutlich bestätige.

GAP ab 2028: Gemeinsame klare Absage an Kappung und Degression

Einen Schwerpunkt bildete die Diskussion zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028. Die anwesenden Agrargenossenschaften machten unmissverständlich klar, dass Kappung und Degression der falsche Weg sind. Sie würden arbeitsintensive, regional verankerte Betriebe in ihrer Existenz gefährden, Investitionen verhindern und zu erheblichen Strukturbrüchen in der Landwirtschaft führen.

Genossenschaften und der Freistaat Thüringen lehnen Kappung und Degression gemeinsam ab. Thüringen setzt sich für Gleichbehandlung aller Rechtsformen, Planungssicherheit und ein inflationsfestes GAP-Budget ein. Besonders betont wurde, dass die Junglandwirteförderung auch in genossenschaftlichen Betrieben greifen muss, damit junge Mitunternehmerinnen und Mitunternehmer echte Perspektiven haben.

Landwirtschaft ist wirtschaftliches Rückgrat des ländlichen Raums
Deutlich herausgestellt wurde die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft. Agrar- und Landwirtschaftliche Genossenschaften sichern Arbeitsplätze und Wertschöpfung entlang ganzer regionaler Ketten – von Vorleistungen über Verarbeitung, Handel und Logistik bis hin zu Energieprojekten und Dienstleistungen.

Norbert Eichholz, Vorstand der Raiffeisen Warengenossenschaft Heldrungen eG, brachte dies prägnant auf den Punkt: „Wenn die Landwirtschaft hustet, dann merken wir das sofort.“

Investitionshemmnisse konsequent abbauen
Bürokratie, lange Genehmigungsverfahren und Investitionshemmnisse wurden deutlich kritisiert. Besonders bei Photovoltaik- und Energieprojekten vergehen häufig Jahre, bis Anlagen ans Netz gehen können. Die klare Erwartung an Politik und Verwaltung lautet daher: Genehmigungen beschleunigen, Verfahren vereinfachen und Investitionen im ländlichen Raum aktiv ermöglichen.

Energiewende geht nur genossenschaftlich
Genossenschaftliche Energie- und Infrastrukturprojekte verbinden Wertschöpfung, Beteiligung und Akzeptanz. Das Energiebeteiligungsgesetz wurde als wichtiger Hebel diskutiert, um diese Modelle weiter zu stärken.

Fazit
Das Gespräch in Erfurt machte deutlich: Starke Genossenschaften und eine wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft sind unverzichtbar für den ländlichen Raum. Politik und genossenschaftliche Praxis ziehen in zentralen Fragen an einem Strang – für faire Rahmenbedingungen, Investitionen und eine zukunftsfähige Entwicklung der Regionen.

Sprechen Sie hierzu gerne an:

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Dr. Andreas Eisen

Politische Interessenvertretung

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