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Volks- und Raiffeisenbanken in Sachsen-Anhalt bauen 2025 Marktposition aus: „Jetzt den Aufschwung finanzieren“

  • 13.02.2026
  • Pressemitteilungen

Mit einem Finanzierungs-Plus von 5,6 % bzw. 228 Mio. Euro auf 4,3 Mrd. Euro trotzen die 13 sachsen-anhaltinischen Volks- und Raiffeisenbanken der schwachen Konjunktur: Dabei liegt das Wachstum sowohl im gewerblichen Kreditgeschäft mit 6,6 % (2024: 4,4 %) als auch bei den Immobilienfinanzierungen mit 4,8 % (2024: 3,4 %) deutlich über Vorjahresniveau. Die Kreditvergabe kann dabei voll aus dem ebenfalls über dem Bundessschnitt liegenden Einlagenwachstum von 4,9 % bzw. 280 Mio. Euro auf knapp 6 Mrd. Euro refinanziert werden. Im Zuge dieser Entwicklung im Kundengeschäft nimmt die aggregierte Bilanzsumme im Bundesland um 5,2 % auf 7,5 Mrd. Euro zu - analog steigt der Bilanzsummendurchschnitt für die einzelne Bank auf 575 Mio. Euro.

„Das Jahr 2025 hat einmal mehr unser Geschäftsmodell bestätigt: Das Einkommen, das in unserem Geschäftsgebiet geschöpft wird und uns als Einlagen zufließt, wird wiederum als Kreditmittel in den regionalen Wirtschaftskreislauf hineingegeben und denjenigen zur Verfügung gestellt, die Arbeitsplätze und damit Einkommen schaffen“, kommentiert Sascha Gläßer, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Halle (Saale) eG und zugleich Präsident der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau. Auch für 2026 zeigt sich Gläßer optimistisch: „Eine Kreditklemme bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken gibt es nicht. Im Gegenteil: Wir freuen uns über jeden vertretbaren Kreditwunsch – angesichts der prognostizierten konjunkturellen Erholung lautet unser Motto für 2026 `Jetzt den Aufschwung finanzieren´.“ So könne man zugleich der wachsenden Zurückhaltung anderer Marktteilnehmer bei der Kreditvergabe entgegenwirken, die auch an deren ohnehin geringer oder stetig abnehmender regionaler Präsenz erkennbar sei. Die Volks- und Raiffeisenbanken in Sachsen-Anhalt unterhalten für ihre Kunden ein dichtes Netz von 91 personenbesetzten Bankstellen, so dass gerade auch in ländlichen Regionen Ansprechpartner erreichbar sind. 1.086 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (+2,5 %) kümmern sich um die Belange der Kundinnen und Kunden. Ergänzt wird diese Präsenz vor Ort von den digitalen Kanälen, die kontinuierlich entsprechend der Kundenbedürfnisse weiterentwickelt werden: „So besteht für uns Banken jetzt die Möglichkeit, in den nächsten Monaten `meinKrypto´ einzuführen“, informiert Gläßer. „Zum Start des Angebots stehen Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Litecoin (LTC) und Cardano (ADA) zur Verfügung. Das Angebot richtet sich an Selbstentscheider und ist nicht Teil der Beratung für Privatkunden. Die Entscheidung zur Einführung der Krypto-Lösung trifft jede Genossenschaftsbank individuell. `meinKrypto´ wird in die VR Banking App integriert.“ Bereits in der VR Banking App verfügbar ist WERO, die Bezahllösung der European Payment Initiative EPI - bislang in der sogenannten P2P-Version, mit der Kunden Geld senden können, „WERO wird kontinuierlich mit neuen Funktionen ausgestattet werden, z.B. als nächstes für das gewerbliche Geld senden und empfangen ist der nächste Schritt in der Umsetzung“, kündigt Gläßer an. „WERO steht auch für hohe Aufsichts- und Datenschutzstandards und bietet damit ein wichtiges Differenzierungsmerkmal gegenüber außereuropäischen datengetriebenen Plattformmodellen.“

Partner der Landwirtschaft – Bekenntnis zum ländlichen Raum

Im gewerblichen Kreditgeschäft nimmt die Landwirtschaft als traditioneller Partner mit einem – angesichts des herausfordernden Branchenumfelds – geringfügigen Rückgang von 0,8 % eine auch im überregionalen Vergleich herausragende Stellung ein. Deutschlandweit sind die VR-Banken seit vielen Jahren mit einem Anteil von rund 50 % am Agrarkredit der größte Kreditgeber. In Sachsen-Anhalt ist sie die zweitstärkste Einzelbranche im Finanzierungsgeschäft, „Als sachsen-anhaltinische Volks- und Raiffeisenbanken kennen und verstehen wir Landwirtschaft. Damit verbinden wir ein klares Bekenntnis zum ländlichen Raum“, betont Heino Oehring, Sprecher der Bankenarbeitsgemeinschaft der Volks- und Raiffeisenbanken in Sachsen-Anhalt und Vorstandssprecher der Harzer Volksbank eG. „Wichtigste Investitionsfelder unserer Agrarkunden sind Boden und Technik. Da die KI zu einem zentralen Anwendungsfeld für die Optimierung von Saatgutverteilung, Düngung und Ernteplanung werden wird, erwarten wir neue Geschäftschancen.“

Finanzierer für Gründung und Innovation

Angesichts der deutlich über den beiden Vorjahren liegenden Zahl von Neuerrichtungen bei den Gewerbeanmeldungen in 2025 verzeichnen die Genossenschaftsbanken auch einen erhöhten Bedarf bei der Begleitung von Existenzgründungen. „Mit den meisten Firmenkunden verbindet uns eine langjährige Partnerschaft, die oft schon mit der Gründung begonnen hat“, berichtet Oehring. Passend dazu entfallen laut Kreditnehmerstatistik innerhalb des heterogenen Dienstleistungssektors mit den Wohnungsunternehmen als stärkster Einzelbranche inzwischen auch hohe Anteile und überdurchschnittliche Wachstumsraten auf „Information & Kommunikation, Forschung und Entwicklung“: Nach einem Plus von 8,4 % in 2025 belegt dieser innovative Sektor bereits den 4. Platz im Branchenranking der gewerblichen Finanzierungen in Sachsen-Anhalt. Davor liegt nach einem Rückgang von 6,1 % im Vorjahr noch das Baugewerbe. Dieses könnte jedoch 2026 von der zunehmenden Erholung im Wohnungsbau profitieren.

Mit +4,8 % zieht Wachstumstempo privater Immobilienfinanzierungen deutlich an

„Die privaten Immobilienfinanzierungen haben 2025 mit einem Wachstum von 4,8 % nach 3,4 % in 2024 deutlich angezogen“, informiert Oehring. „Die Baufinanzierung hat die Talsohle durchschritten: Der Neubau in Sachsen-Anhalt läuft endlich langsam wieder an. Größeres Potential sehen wir vorerst in der Altbau-Modernisierung: Der Trend geht dahin, alte Immobilien zu kaufen und langfristig zu sanieren.“ Hintergrund ist einerseits der für Ende Februar erwartete Kabinettsbeschluss, durch den das bisherige Gebäudeenergiegesetz zukünftig als Gebäudemodernisierungsgesetz technologieoffener, flexibler und einfacher werden soll. Andererseits sollen bis 2027 die kommunalen Wärmeplanungen in Sachsen-Anhalt abgeschlossen sein. „Wir rechnen mit einer großen Investitionswelle und einem hohen Finanzierungsbedarf der Stadtwerke bzw. Energieversorger“, prognostiziert Oehring. „Die Beratung im Zusammenhang mit der Energiewende eröffnet uns ganz neue Chancen. Dabei kommt uns zugute, dass wir unter dem Dach unseres Genoverbandes Zugang zu Experten für Energiegenossenschaften haben. Wir sehen bereits wachsendes Interesse an dieser Lösung und stellen uns in der Beratung entsprechend auf.“

„Volks- und Raiffeisenbanken sind geborene Partner für Energiegenossenschaften“

Sachsen-Anhalt verzeichnet in den letzten fünf Jahren eine stabile Gründungsdynamik im Genossenschaftswesen: Insgesamt sind in diesem Zeitraum elf neue Genossenschaften entstanden, darunter 2023 die Bürgerenergie Druiberg. „Der Genoverband begleitet solche Gründungen eng – von der Idee bis zur Umsetzung – und sieht im Genossenschaftsmodell weiterhin großes Potenzial für regionale Wertschöpfung und Daseinsvorsorge“, betont der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Marco Schulz. Durch dezentrale Energiegenossenschaften könne es gelingen, die Energie dort zu produzieren, wo sie auch genutzt werde. Als Meilenstein sieht Schulz dabei die Einbindung von regionalen Energieversorgern und Stadtwerken. „Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind in ihren Regionen der geborene Partner bei der Finanzierung genossenschaftlicher Photovoltaik-, Windkraft- und Biogasanlagen sowie Nahwärmenetzen. Das können sie leisten, weil sie sich in 35 Jahren seit der Wiedervereinigung aus kleinsten Anfängen zu einer - auch ausweislich ihres im Verbandsvergleich 2025 erneut überdurchschnittlichen Betriebsergebnisses - wirtschaftlich starken und stabilen Gruppe entwickelt haben. Die Attraktivität der demokratischen genossenschaftlichen Rechtsform gerade in Sachsen-Anhalt wird 2025 durch die Zunahme um 7,7 % bei den von ihren Mitgliedern und Eigentümern gezeichneten Geschäftsanteilen untermauert, die 2024 bei ebenfalls bemerkenswerten 6,3 % lag. Die Zahl der Mitglieder steigt 2025 trotz des entgegengesetzten demografischen Trends von 109.473 um 1.457 auf 110.930.“

Sprechen Sie hierzu gerne an:

Volker Hetterich Profil bild

Dr. Volker Hetterich

Pressesprecher Banken

  • 069 6978-3163

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