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Weltspartag: Volksbanken und Raiffeisenbanken beobachten stabile Altersvorsorge – Kundeneinlagen im 3. Quartal konstant

  • 27.10.2023
  • Pressemitteilungen

In einer Umfrage des Genossenschaftsverbandes – Verband der Regionen e. V. unter den Vorständ*innen der Volks- und Raiffeisenbanken befürchten nur 6,0 % für das laufende 2. Halbjahr 2023 einen starken Rückgang der Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten. Weitere 23,0 % gehen lediglich von einem leichten Rückgang aus, während 20,0 % mit einem Anstieg rechnen. Etwa die Hälfte sieht keine Veränderung, auch beim Ausblick auf 2024. Für das kommende Jahr überwiegt jedoch die Erwartung einer steigenden Nachfrage mit 30,0 % deutlich die einer Abschwächung mit 21,0 %.*

Die Entwicklung der Kundeneinlagen bestätigt dieses Bild der Stabilität: Der nach Jahren hoher corona-bedingter Zuwächse bis zur Jahresmitte feststellbare Normalisierungsprozess mit leichten Abflüssen von 1,4 % hat sich im 3. Quartal nicht fortgesetzt: Per Ende September stehen praktisch unverändert zum Juni 338,2 Milliarden Euro zu Buche.

Fortgesetzt haben sich dagegen die in der ersten Jahreshälfte feststellbaren Umschichtungen: Der Anteil der täglich fälligen Gelder ging im 3. Quartal von 69,3 % auf 66,7 % zurück, wogegen die Festgelder weiter zulegten. Besonders beliebt ist die Laufzeitklasse bis zu einem Jahr mit einem Plus von 30,0 % bzw. 10,2 Milliarden Euro in nur drei Monaten. Mit einem Volumen von jetzt 44,2 Milliarden Euro steigt ihr Anteil an den gesamten Einlagen von 10,0 % im Juni auf 13,1 % im September.

Hoher Stellenwert von Spargedanke und Vorsorge

Für den Vorstandsvorsitzenden des Genossenschaftsverbandes Ingmar Rega zeigen die Umfrageergebnisse und die aktuellen Zahlen zu den Kundeneinlagen, dass „der Spargedanke und der Aufbau von Vorsorgevermögen gerade auch in Zeiten hoher Inflation und krisenbedingter Verunsicherung für die Kund*innen der Volksbanken und Raiffeisenbanken einen hohen Stellenwert genießen. Allerdings ist es bei einem längerfristigen Anlagehorizont sinnvoll, beim Anlage-Mix stärker auf Aktien und Investmentfonds zu setzen. Noch immer stehen zwei Drittel der Einlagen auf Tagesgeld- oder Girokonten, die primär der Liquiditätshaltung für geplante Anschaffungen oder als Notgroschen dienen sollten. Termingelder sind zwar für einen kürzeren Zeitraum eine sichere und rentierliche Alternative – wer aber einen Substanzerhalt bzw. Vermögensaufbau anstrebt, sollte Wertpapiere stärker gewichten. Der Weltspartag am 30. Oktober 2023 bietet auch in diesem Jahr einen passenden Anlass, um die Kund*innen dafür zu sensibilisieren.“ Die ca. 14,8 Millionen Kund*innen im 14 Bundesländer umfassenden Verbandsgebiet unterhalten bei den Genossenschaftsbanken rund 27,0 Millionen Konten, darin enthalten sind 7,7 Millionen Sparkonten und 14,5 Millionen Girokonten.

Außerbilanzielles Kundenanlagevolumen wächst dank Wertpapiergeschäft

Das bei den Volks- und Raiffeisenbanken im Genossenschaftsverband betreute außerbilanzielle Kundenanlagevolumen ist in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 9,2 % auf 198,9 Milliarden Euro gestiegen. Dieses Wachstum ging fast ausschließlich auf die Entwicklung der Kurswerte im Wertpapiergeschäft zurück, von dem die Fondsgesellschaft der genossenschaftlichen FinanzGruppe Union Investment den mit Abstand größten Teil stellt. „Auf lange Sicht zahlen sich Anlagen in Wertpapieren für die Kund*innen aus“, empfiehlt Rega. „Entscheidend bei den hier investierten Mitteln ist, dass diese auf absehbare Zeit nicht für andere Zwecke benötigt werden, um bei Kursschwankungen nicht aufgrund von temporären Kursverlusten in Liquiditätsengpässe zu geraten. Das Risiko beherrschbar machen und gleichzeitig attraktive Renditen erzielen – darauf kommt es an. Mit ihrer über viele Jahre aufgebauten Beratungskompetenz und der Nähe zu ihren Kund*innen können die Kreditgenossenschaften helfen, passende Lösungen zu finden. Die Fonds der Union Investment bieten Möglichkeiten für einen niedrigschwelligen Einstieg in den Kapitalmarkt.“ Insgesamt führen die Volks- und Raiffeisenbanken im Verbandsgebiet 3,2 Millionen Wertpapierdepots für ihre Kund*innen.

Zu den Möglichkeiten für den Aufbau von Vorsorgevermögen rechnet Ingmar Rega auch Investitionen ins Eigenheim. „Bei der zunehmenden Verknappung von Wohnraum dürfte die monatliche Kredit-Tilgung für Wohneigentum angesichts weiter steigender Mieten perspektivisch wieder vermehrt in Betracht gezogen werden. Allerdings muss genügend Eigenkapital vorhanden und die Kapitaldienstfähigkeit gegeben sein. Hier ist auch die Politik gefordert, die Steuer- und Abgabenlast zu reduzieren und gezielt zu fördern.“

* An der Online-Umfrage beteiligten sich zwischen dem 20. Juli und dem 11. August 75 % der 302 Volksbanken und Raiffeisenbanken im Genossenschaftsverband.

Sprechen Sie hierzu gerne an:

Volker Hetterich Profil bild
Pressesprecher Banken

Dr. Volker Hetterich

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