Anwendungsorientiertes Forschungsprojekt „CoEnergy“ gestartet, bei dem es unter anderem um die Frage geht, wie sich lokale Energiemärkte künftig so organisieren lassen, dass verschiedene Akteure unter einem genossenschaftlichen Dach kooperieren und demokratisch gesteuert werden können.
Unter dem Titel „CoEnergy“ ist ein neues anwendungsorientiertes Forschungsprojekt gestartet, das vom Institut für Genossenschaftswesen der Universität Münster gemeinsam mit der MLH Bürgerimmobilien eG als lokaler Projektpartnerin umgesetzt wird. Unter anderem geht es in diesem Projekt um die Frage, wie sich lokale Energiemärkte künftig so organisieren lassen, dass verschiedene Akteure unter einem genossenschaftlichen Dach kooperieren und demokratisch gesteuert werden können. Die Region Steinfurt dient dabei als konkreter Entwicklungs- und Erprobungsraum.
Das Projekt ist Teil der bundesweiten Innovationsplattform CommunitE des Bündnis Bürgerenergie e.V. und knüpft an die neuen regulatorischen Möglichkeiten rund um Energy Sharing nach § 42c EnWG an. In diesem Sinne soll in Kooperation zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und Praxisakteuren ein übertragbares Modell für föderierte lokale Energiemärkte entwickelt werden, das organisatorisch tragfähig und regulatorisch anschlussfähig ist.
Beim Kick-off am 19. Mai 2026 in Steinfurt gab Dr. Philipp Thimm vom Genoverband e.V. einen zehnminütigen Impuls zu den Potenzialen genossenschaftlicher Governance im energiegenossenschaftlichen Sektor. Im Mittelpunkt stand dabei die Botschaft, dass Genossenschaften weit mehr als eine Rechtsform sind. Mit ihrer demokratischen Steuerung, klaren Organstruktur und verbindlichen Prüfungsarchitektur schaffen sie Vertrauen, ermöglichen verlässliche Kooperationen und stärken die regionale Wertschöpfung. Gerade als institutionelle Schnittstelle können sie Kommunen, Stadtwerke, Wohnungswirtschaft und Bürgerenergie wirksam zusammenbringen und damit die Energiewende vor Ort vorantreiben.