- 08.09.2026
- News: Energie-, Immobilien- und Versorgungsgenossenschaften
Knapp drei von zehn Beschäftigten, die Künstliche Intelligenz beruflich nutzen, greifen auf Werkzeuge zurück, die ihr Arbeitgeber nicht bereitgestellt hat. Das zeigt ein Kurzbericht des Instituts der deutschen Wirtschaft vom 19. September 2026. Grundlage ist eine Befragung von knapp 5.000 Beschäftigten im März und April 2026.
Dabei zeigt sich ein bemerkenswerter Zusammenhang: Unter Beschäftigten, die ihrem Arbeitgeber ein starkes Engagement beim Aufbau von KI-Kompetenzen bescheinigen, nutzen 44,5 Prozent solche nicht bereitgestellten Werkzeuge. Ohne wahrgenommenes Engagement sind es 21,3 Prozent. Das Institut sieht darin ausdrücklich einen Zusammenhang, keine Ursache. Die Schulungen deshalb zurückzufahren, wäre laut Studie ein „Trugschluss“.
Die praktische Schlussfolgerung lautet vielmehr: Unternehmen müssen Kompetenzaufbau, datenschutzkonforme Werkzeuge und klare, kommunizierte Nutzungsregeln miteinander verbinden. Eine Schulung ohne bereitgestelltes Werkzeug und verbindliche Regeln kann eine Lücke hinterlassen, in der Beschäftigte auf private KI-Konten ausweichen.
Der KI-Fahrplan für den Mittelstand zeigt in acht aufeinander aufbauenden Schritten, wie Unternehmen KI strukturiert und praxisnah einführen:
1. KI-Beauftragten mit klarem Mandat benennen
2. KI-Strategie mit Zielen und Ausschlüssen formulieren
3. KI-Richtlinie mit verständlichen Spielregeln einführen
4. Sicheres Sprachmodell für das Unternehmen bereitstellen
5. Grundlagenschulung für alle Beschäftigten durchführen
6. Rollenbasierte Schulungen für konkrete Tätigkeiten anbieten
7. Promptkatalog mit geprüften, wiederverwendbaren Eingaben aufbauen
8. Erste Projekte klein, wiederkehrend und messbar umsetzen
Die Reihenfolge ist entscheidend: Erst entstehen Verantwortung und Orientierung, dann folgen Werkzeug und Befähigung, schließlich die praktische Anwendung mit messbarem Nutzen.
Eine KI-Richtlinie legt fest, welche KI-Werkzeuge das Unternehmen bereitstellt, mit welchen Daten diese genutzt werden dürfen, wer zuständig ist und wie bei Unsicherheiten vorzugehen ist. Eine verständliche Ampellogik kann dabei Orientierung geben: Grün steht für erlaubte Anwendungen, Gelb für Fälle mit Freigabe und Rot für ausgeschlossene Daten oder Entscheidungen.
Die KI-Richtlinie ist jedoch kein isoliertes Dokument. Sie ist das Ergebnis zuvor getroffener Entscheidungen zu Zuständigkeit, Zielen, Werkzeugen, Datenklassen, Beteiligung und Schulung. Gut ist sie, wenn sie verständlich, im Alltag anwendbar und nachweisbar umgesetzt wird.
Der Fahrplan bildet den Einstieg, doch die Unterstützung durch AWADO geht darüber hinaus. AWADO begleitet mittelständische Unternehmen auch bei der Einführung agentischer KI-Systeme, die Aufgaben über mehrere Schritte hinweg bearbeiten und in bestehende Prozesse eingebunden werden können. Ebenso unterstützt AWADO bei der Entwicklung eigener, passgenauer KI-Lösungen, die sich an den konkreten Anforderungen, Daten und Abläufen des jeweiligen Unternehmens orientieren.
Für diese weiterführenden Vorhaben kann AWADO neben der eigenen Expertise auf die Hochschule Ansbach und weitere Kooperationspartner zurückgreifen. Mittelständische Unternehmen erhalten so eine durchgängige Begleitung, die von der ersten Orientierung über Pilotprojekte bis zur Einführung agentischer Systeme und individueller KI-Lösungen reicht.
Im Webinar „Der KI-Fahrplan für den Mittelstand: Acht konkrete Schritte vom KI-Beauftragten bis zum ersten Projekt“ zeigt AWADO am 17. November 2026 von 14:00 bis 15:00 Uhr, wie mittelständische Unternehmen KI strukturiert anhand von acht Schritten praxisnah einführen.
Das Webinar „Die KI-Richtlinie: Warum Sie eine brauchen und woran Sie eine gute erkennen“ behandelt am 1. Dezember 2026 von 10:00 bis 11:00 Uhr das Thema KI-Richtlinie.
Zum Webinar "Die KI-Richtlinie: Warum Sie eine brauchen und woran Sie eine gute erkennen" anmelden
Ansprechpartner ist Daniel Hoffmann unter .
Quellen:
1. Engels, Barbara / Hammermann, Andrea: Schatten-KI: Beschäftigte sind schneller als ihre Betriebe, IW-Kurzbericht Nr. 63/2026, Institut der deutschen Wirtschaft, 19. September 2026, https://www.iwkoeln.de/studien/barbara-engels-andrea-hammermann-schatten-ki-beschaeftigte-sind-schneller-als-ihre-betriebe.html
2. Bundesnetzagentur: KI-Kompetenz (Art. 4 KI-VO), Themenseite, abgerufen am 24. September 2026, https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/Digitales/KI/7_Kompetenz/artikel.html
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