- 08.09.2026
- News: Energie-, Immobilien- und Versorgungsgenossenschaften
Deutschlands Wohnungsmärkte stehen vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen. Die Hälfte der befragten Vorstände von Volks- und Raiffeisenbanken sieht einen dringenden Bedarf an zusätzlichen Wohnungsfertigstellungen. In Städten liegt dieser Anteil bei 77 Prozent, im ländlichen Raum bei 45 Prozent. Zugleich beobachten 53 Prozent der Befragten im Osten Leerstände in Teilen ihres Geschäftsgebiets. Auch der Weg ins Wohneigentum wird schwieriger. Gerade einmal neun Prozent der Bevölkerung planen in den kommenden fünf Jahren einen Immobilienkauf. Vor allem fehlendes Eigenkapital, ein nicht ausreichendes Einkommen und hohe Finanzierungskosten halten viele Menschen davon ab.
In der Zusammenschau legen die Umfrageergebnisse den Schluss nahe, dass keine bundesweiten Einheitslösungen gefragt sind, sondern Maßnahmen, die der jeweiligen Situation vor Ort gerecht werden. In angespannten Märkten ist mehr Neubau erforderlich, in Regionen mit Leerständen ebenso die Aktivierung und Modernisierung vorhandener Gebäude. Zugleich muss der Eigentumserwerb gezielter unterstützt werden. Dafür spricht unter anderem, dass 71 Prozent der befragten Bankvorstände passgenaue Förderprogramme für wirksamer halten als allgemeine steuerliche Entlastungen.
Damit Förderungen ankommen und ihre beabsichtigte Wirkung entfalten, müssen sie konsequent am tatsächlichen Bedarf vor Ort ausgerichtet sein. Das ist nicht nur eine Frage der Wohnungsbaupolitik, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer Regionen.
Umfrage unter Bankvorständen: Wovon es abhängt, ob man einen Baukredit bekommt | FAZ
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