- 03.03.2026
- Pressemitteilungen
Volks- und Raiffeisenbanken nehmen Schließfachsicherheit in den Fokus
Über 400 Genossenschaftsbanker haben sich bei einer digitalen Konferenz des Genoverbandes zum Thema Schließfachsicherheit ausgetauscht.
WeiterlesenWährend die gewerblichen Darlehen der 264 Volks- und Raiffeisenbanken im Genoverband bis Ende März 2026 mit einer Zunahme um 1,1 % leicht über Vorjahresniveau (+ 1,0 %) zulegen, wachsen die privaten Immobilienfinanzierungen nur noch um 0,2 % gegenüber 0,6 %. Diese gegenläufigen Entwicklungen münden fürs erste Quartal in einem um 0,1 Prozentpunkte geringeren Kreditvergabe-Plus von 0,6 % auf ein Gesamtvolumen von 348,4 Mrd. Euro.
„Angesichts der zusätzlichen wirtschaftlichen Belastungen durch steigende Energiepreise und wachsende geopolitische Risiken als Folge des Iran-Kriegs im März erweisen sich die Firmenkredite als erstaunlich robust“, ordnet der Vorstandsvorsitzende Michael Hoeck diese Zahlen ein. „Dagegen zeigt sich bei den Immobilienfinanzierungen eine Delle – die im vergangenen Jahr noch wirkenden Nachlaufeffekte ebben ab. Denn das Potential zuvor noch abwartender Kaufinteressenten mit entsprechenden Vermögen und Einkommen ist zunehmend ausgeschöpft und die erhofften Impulse durch den Bau-Turbo, vor allem für den Neubau, bleiben aus. Diese Impulse wären angesichts der im Jahresverlauf zu erwartenden höheren EZB-Zinsen und den mit der Inflation verbundenen Kostensteigerungen für Neubau- oder Sanierungsprojekte dringend geboten.“
Als Mittel gegen die Wohnungsnot hat Finanzminister Lars Klingbeil Anfang April die Idee einer neuen „Bundesgesellschaft für bezahlbaren Wohnungsbau“ ins Spiel gebracht. Hoeck sieht diese Idee skeptisch: „Eine solche Gesellschaft müsste zunächst erhebliche Ressourcen binden: Kapital, Fachpersonal, Zeit und organisatorischen Aufwand – lange bevor auch nur eine zusätzliche Wohnung entsteht. Zudem würde sie in einem Umfeld starten, das bereits heute durch hohe Baukosten, gestiegene Zinsen, lange Genehmigungsverfahren und zunehmende regulatorische Komplexität geprägt ist. Gerade diese Rahmenbedingungen sind es, die den Wohnungsbau aktuell ausbremsen. Unsere Mitgliedsbanken sind grundsätzlich bereit, Wohnungsbau zu finanzieren – insbesondere dort, wo Geschäftsmodelle langfristig stabil, planbar und kalkulierbar sind. Wohnungsgenossenschaften und andere gemeinwohlorientierte Unternehmen erfüllen diese Voraussetzungen in besonderem Maße.“
Im Jahr 2025 ist der ohnehin sehr hohe Anteil der langfristigen Finanzierungen an der Kreditvergabe mit einem Zeithorizont von über fünf Jahren von 88,5 % auf 89,2 % gewachsen. Dieser Trend setzt sich im ersten Quartal 2026 mit einem überdurchschnittlichen Plus von 0,8 % in dieser Laufzeitklasse fort – deren Anteil am Finanzierungsvolumen steigt damit auf 89,4 %. Die langen Zinsbindungsfristen sind bei privaten Immobilienfinanzierungen und im gewerblichen Kreditgeschäft gleichermaßen stark ausgeprägt. „In beiden Fällen schützen langfristige Darlehen die Kreditnehmer vor den negativen Auswirkungen der geopolitischen Verwerfungen und damit den im Zuge des anhaltenden Preisdrucks schwieriger werdenden Finanzierungsbedingungen“, betont Hoeck. Die Ausweitung des Kreditvolumens lag bis Ende Februar mit einem Plus von 0,4 % exakt auf Vorjahresniveau und hat sich dann im März zeitgleich mit dem Beginn des Iran-Kriegs abgeschwächt. „Es ist zu befürchten, dass hier die ersten negativen Auswirkungen bereits sichtbar werden“, so Hoeck. „Nicht umsonst hat die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr auf nur noch 0.5 % halbiert.“
Dass die Firmenkredite im ersten Quartal 2026 mit 1,1 % sogar noch etwas stärker zulegten als im Vorjahr ist vor allem dem heterogenen Dienstleistungssektor zuzurechnen mit einem Plus von 11,8 % seit dem Jahresende 2025. Er ist mit einem Anteil von 58 % das mit Abstand wichtigste Segment im gewerblichen Kreditgeschäft. „Es ist zu vermuten, dass höhere Ölpreise hier weniger stark durchschlagen als in anderen Branchen wie dem Baugewerbe oder dem Lebensmittelhandel", analysiert der Vorstandsvorsitzende des Genoverbands. „Die geopolitische Situation wird im Geschäftsjahr 2026 wahrscheinlich Bremsspuren in den Bilanzen unserer Banken hinterlassen. Aber grundsätzlich sind unsere Mitgliedsbanken sehr gut aufgestellt. Sie sind robust kapitalisiert und breit regional diversifiziert, sodass keine Instabilität entsteht. Aus dieser Position der Stärke heraus können wir auch in schwierigen Zeiten an der Seite unserer Kunden stehen, mit denen uns oft eine Jahrzehnte währende Partnerschaft verbindet. So etwas wirft man nicht über Bord, wenn der Wind rauer wird.“
Pressesprecher Banken
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