Newsletter Ausgabe 01/2026

Liebe Mitglieder,

liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2026 hat mit der Grünen Woche deutliche agrarpolitische Akzente gesetzt. Die Positionen der Agrargenossenschaften konnten deutlich platziert und in den „Politik trifft Praxis“ Terminen vertieft werden. Der Newsletter im ersten Quartal des Jahres 2026 kommt also nicht nur im neuen, frischen Design daher, sondern auch mit wichtigen Informationen – nicht zuletzt für die unternehmerische Praxis.

Viel Freude beim Lesen!

Ihr Team Agrargenossenschaften

Drehscheibe des politischen Dialogs auf dem Erlebnisbauernhof der Grünen Woche war der Gemeinschaftsstand des Deutschen Raiffeisenverbandes. Hier fanden intensive Begegnungen und politischen Diskussionen des Genoverband e.V. mit Colette Boos-John, Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und ländlichen Raum Thüringen und Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommern statt. Ein wesentlicher Schwerpunkt dieser Gespräche – auch in der Sachsenhalle mit Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch und Staatssekretär Ulrich Menke, die gemeinsam mit DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp sowie Hauptgeschäftsführer Jörg Migende und Geschäftsführer Philipp Spinne durchgeführt wurden, war die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028.

Die Vorschläge der EU-Kommission zur Kappung und Degression wurden in allen Gesprächen klar abgelehnt. Dies unterstützt die „Berliner Erklärung“ der ostdeutschen Agrarminister und Bauernverbände. Es bestand Einigkeit, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen insbesondere in Ostdeutschland gravierende Strukturbrüche auslösen würden. Die Folgen wären weitreichend: Gefährdung der wirtschaftlichen Stabilität vieler Agrargenossenschaften, Einschränkungen in Tierproduktion und anderen kostenintensiven Betriebszweigen mit deutlich negativen Folgen für den ländlichen Raum.

Dr. Andreas Eisen betonte, dass die Bildung von Agrargenossenschaften auch in den westdeutschen Ländern, als zukunftsweisende Möglichkeit der aktiven Gestaltung des Strukturwandels in der Landwirtschaft durch die Pläne der EU behindert wird. Bemerkenswert war hier die Zustimmung und die einhellige Ablehnung von Kappung und Degression auch von Politikern aus westdeutschen Bundesländern, wie des hessischen Staatssekretärs Michael Ruhl und Cornelia Schmachtenberg, Landwirtschaftsministerin Schleswig-Holstein.

Die Forderung des Genoverbad e.V. war klar: Bei Agrargenossenschaften muss immer auch das einzelne aktive Mitglied im Fokus der Politik stehen. Erneut betonte er die Notwendigkeit, die Förderung junger Landwirtinnen und Landwirte in Agrargenossenschaften zu ermöglichen und auszubauen.

Starker Auftritt der genossenschaftlichen Organisation: Gemeinsam WIR!

Besonders sichtbar wurde bei der Grünen Woche der geschlossene Auftritt der genossenschaftlichen Organisation. Der Deutsche Raiffeisenverband, der Genoverband und weitere Regionalverbände sowie zahlreiche genossenschaftliche Unternehmen traten nicht nur medienwirksam gemeinsam auf, sondern auch gemeinsam in den politischen Dialog. Hier konnten neben den stark in der öffentlichen Diskussion stehenden Themen, wie etwa dem Tierhaltungskennzeichnungsgesetz sehr praktische und für die Aufrechterhaltung und Verbesserung der kritischen Infrastruktur “Lebensmittelversorgung” sehr wichtigen Themen, wie etwa der Ausbau der Straßeninfrastruktur, weiteren Logistikthemen bis hin zur Zulassung großer LKW angesprochen werden.

Bei Politik trifft Praxis mit dem Sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Georg-Ludwig von Breitenbuch, haben Vertreter sächsischer Agrargenossenschaften und des Genoverband e.V. zentrale agrarpolitische Zukunftsfragen offen und konstruktiv diskutiert. An dem Austausch nahmen unter anderem Peter Götz, Vorstand des Genoverband e.V., Dr. Andreas Eisen, Public Affairs Genoverband e.V., sowie Jan Gumpert, Fachratsvorsitzender Agrargenossenschaften, teil.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028. Deutlich wurde eine weitgehende Einigkeit in der kritischen Bewertung der aktuellen Vorschläge der EU-Kommission. Gemeinsam wurde betont, dass die künftige GAP keine Benachteiligung ostdeutscher Agrarstrukturen und insbesondere der Agrargenossenschaften zur Folge haben darf. Große, arbeitsintensive Betriebe und kooperative Mehrfamilienbetriebe müssen auch künftig gleichberechtigt Zugang zu Förderinstrumenten haben – unabhängig von ihrer Rechtsform.

Peter Götz, Vorstand des Genoverband e.V.: „Agrargenossenschaften sind tragende Säulen der ostdeutschen Landwirtschaft. Die GAP der Zukunft darf diese Strukturen nicht schwächen, sondern muss sie ausdrücklich gleichbehandeln und verlässlich unterstützen.“

Alle Gesprächspartner waren sich einig, gemeinsam auf EU-Ebene und gegenüber dem Bund darauf hinzuarbeiten, dass die GAP ausreichend und inflationsfest ausgestattet bleibt, Kappung und Degression abgelehnt werden, eine Renationalisierung der Agrarpolitik verhindert wird und die Junglandwirteförderung auch in Agrargenossenschaften praxistauglich ausgestaltet wird.

Dr. Andreas Eisen, Public Affairs Genoverband e.V.: „Angesichts des enormen Zeitdrucks und der großen inhaltlichen Differenzen zum Vorschlag der EU-Kommission wäre es sogar sinnvoll, die GAP-Reform zu verschieben – übereilte Kompromisse führen sonst zu einer unpraktikablen, komplizierten und am Ende wenig sinnvollen GAP.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war die Zukunft der Tierhaltung. Hier bestand Einigkeit darüber, dass es verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen und zielgerichtete Fördermöglichkeiten braucht. Investitionen in tierwohlgerechte Ställe brauchen Förderprogramme, die so ausgestaltet sind, dass sie Betrieben echte Zukunftsperspektiven eröffnen. Tierwohl und Umweltschutz sowie wirtschaftliche Klassifizierung: Intern Tragfähigkeit und die Zukunftsfähigkeit der Betriebe müssen dabei gemeinsam gedacht werden.

Jan Gumpert, Fachratsvorsitzender Agrargenossenschaften: „Tierhaltung braucht Planungssicherheit und Förderinstrumente, die wirklich in der betrieblichen Realität ankommen. Unsere Agrargenossenschaften sind bereit, in die Zukunft zu investieren – dafür brauchen sie klare und verlässliche politische Rahmenbedingungen.“

Große Bedeutung kam zudem dem Thema Bürokratieabbau zu. Die Vertreter der Agrargenossenschaften brachten konkrete Anregungen für eine spürbare Entlastung der Betriebe ein. Ziel ist es, unnötige Dokumentations- und Kontrollpflichten zu reduzieren, Förderverfahren zu vereinfachen und die Umsetzung agrarpolitischer Vorgaben wieder stärker an der Praxis auszurichten.

Das Gespräch hat deutlich gemacht: Freistaat Sachsen, Agrargenossenschaften und Genoverband ziehen an einem Strang, wenn es darum geht, die Landwirtschaft zukunftsfest, leistungsfähig und regional verankert weiterzuentwickeln. Der enge Dialog soll fortgeführt und in konkreten gemeinsamen Positionen und Initiativen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene weiter vertieft werden.

„Zukunft geht nur genossenschaftlich“ – Politik trifft Praxis in Thüringen setzt klare Leitplanken für den ländlichen Raum

Mit dem Dialogformat „Politik trifft Praxis“ hat der Genoverband e. V. am 18. Februar 2026 erneut den direkten Austausch zwischen genossenschaftlicher Praxis und Landespolitik gesucht. In Erfurt diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Agrar-, Energie-, Obstbau-, Molkerei- und Raiffeisen Warengenossenschaften mit Staatssekretär Marcus Malsch über die zentralen Zukunftsfragen des ländlichen Raums in Thüringen. Dabei wurde früh eine klare politische Leitlinie formuliert. Staatssekretär Marcus Malsch machte deutlich: „Genossenschaften sind elementar für die Zukunft. Die Herausforderungen im ländlichen Raum lassen sich nur gemeinsam lösen – Zukunft geht nur genossenschaftlich.“

„Zukunft geht nur genossenschaftlich“ – Politik trifft Praxis in Thüringen setzt klare Leitplanken für den ländlichen Raum | Genoverband e.V.

Peter Götz bestätigte, dass sich dies in der kleinen Auswahl der Genossenschaften in der Runde schon deutlich bestätige. GAP ab 2028: Gemeinsame klare Absage an Kappung und Degression Einen Schwerpunkt bildete die Diskussion zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028. Die anwesenden Agrargenossenschaften machten unmissverständlich klar, dass Kappung und Degression der falsche Weg sind. Sie würden arbeitsintensive, regional verankerte Betriebe in ihrer Existenz gefährden, Investitionen verhindern und zu erheblichen Strukturbrüchen in der Landwirtschaft führen. Genossenschaften und der Freistaat Thüringen lehnen Kappung und Degression gemeinsam ab. Thüringen setzt sich für Gleichbehandlung aller Rechtsformen, Planungssicherheit und ein inflationsfestes GAP-Budget ein. Besonders betont wurde, dass die Junglandwirteförderung auch in genossenschaftlichen Betrieben greifen muss, damit junge Mitunternehmerinnen und Mitunternehmer echte Perspektiven haben. Landwirtschaft ist wirtschaftliches Rückgrat des ländlichen Raums Deutlich herausgestellt wurde die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft. Agrar- und Landwirtschaftliche Genossenschaften sichern Arbeitsplätze und Wertschöpfung entlang ganzer regionaler Ketten – von Vorleistungen über Verarbeitung, Handel und Logistik bis hin zu Energieprojekten und Dienstleistungen. Norbert Eichholz, Vorstand der Raiffeisen Warengenossenschaft Heldrungen eG, brachte dies prägnant auf den Punkt: „Wenn die Landwirtschaft hustet, dann merken wir das sofort.“ Klassifizierung: Intern Investitionshemmnisse konsequent abbauen Bürokratie, lange Genehmigungsverfahren und Investitionshemmnisse wurden deutlich kritisiert. Besonders bei Photovoltaik- und Energieprojekten vergehen häufig Jahre, bis Anlagen ans Netz gehen können. Die klare Erwartung an Politik und Verwaltung lautet daher: Genehmigungen beschleunigen, Verfahren vereinfachen und Investitionen im ländlichen Raum aktiv ermöglichen. Energiewende geht nur genossenschaftlich Genossenschaftliche Energie- und Infrastrukturprojekte verbinden Wertschöpfung, Beteiligung und Akzeptanz. Das Energiebeteiligungsgesetz wurde als wichtiger Hebel diskutiert, um diese Modelle weiter zu stärken.

Das Gespräch in Erfurt machte deutlich: Starke Genossenschaften und eine wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft sind unverzichtbar für den ländlichen Raum. Politik und genossenschaftliche Praxis ziehen in zentralen Fragen an einem Strang – für faire Rahmenbedingungen, Investitionen und eine zukunftsfähige Entwicklung der Regionen.

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat am 8. Dezember 2025 ein Schreiben zur Bewertung von Tiervermögen veröffentlicht, das für alle land- und forstwirtschaftlichen Betriebe, unabhängig von ihrer Rechtsform gilt. Es ist grundsätzlich erstmals für Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2025 beginnen. Die erstmalige Anwendung der neuen Richtwerte kann Umstellungsgewinne auslösen, die im Rahmen der Übergangsregelung durch Rücklagenbildung steuerlich abgefedert werden können.

Neue BMFRegeln zur steuerlichen Tierbewertung: Das müssen Betriebe jetzt wissen | Genoverband e.V.

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat am 8. Dezember 2025 ein Schreiben zur Bewertung von Tiervermögen veröffentlicht, das für alle land- und forstwirtschaftlichen Betriebe, unabhängig von ihrer Rechtsform gilt. Es ist grundsätzlich erstmals für Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2025 beginnen. Die erstmalige Anwendung der neuen Richtwerte kann Umstellungsgewinne auslösen, die im Rahmen der Übergangsregelung durch Rücklagenbildung steuerlich abgefedert werden können.

Neue BMFRegeln zur steuerlichen Tierbewertung: Das müssen Betriebe jetzt wissen | Genoverband e.V.

Für ausländische Saisonkräfte gelten besondere Sozialversicherungsregeln. Saisonkräfte, die während ihres bezahlten Urlaubs in Deutschland arbeiten, unterliegen weiterhin den Sozialversicherungsvorschriften ihres Wohnmitgliedstaates.

Das gilt für Saisonkräfte im Urlaub aus dem Wohnmitgliedstaat

  • Saisonarbeitskräfte, die während ihres bezahlten Urlaubs in Deutschland arbeiten, unterliegen weiterhin den Sozialversicherungsvorschriften ihres Wohnmitgliedstaates.

A1-Bescheinigung ist Pflicht

  • Die Anwendung des ausländischen Sozialversicherungsrechts wird durch die A1-Bescheinigung nachgewiesen.

  • Diese muss vor Arbeitsbeginn dem deutschen Arbeitgeber vorliegen.

  • Der Arbeitgeber meldet die Saisonkraft im Sozialversicherungssystem des Wohnmitgliedstaates an und führt die Beiträge dorthin ab.

Fehlt die A1-Bescheinigung?

  • Die Saisonkraft muss den zweisprachigen Fragebogen zur Feststellung der Versicherungspflicht/Versicherungsfreiheit ausfüllen.

  • Der Fragebogen ist den Entgeltunterlagen beizufügen.

  • Bei Hinweisen auf eine Beschäftigung im Wohnmitgliedstaat sollte der Arbeitgeber unbedingt Kontakt mit den dortigen Sozialversicherungsträgern aufnehmen.

Sollten Sie darüber hinaus lohnsteuerliche Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Steffi Höhle.

Benötigen Sie Unterstützung beim Kontakt mit polnischen Behörden?
Dabei hilft Ihnen Barbara Siwirska gern weiter.

Steffi Höhle

Steuerberaterin

  • 0341 90988-1962
Barbara Siwirska Profil bild

Barbara Siwirska

Teamkoordinatorin Personal

  • 0385 3433-2179

Die digitale Bekanntgabe von Steuerbescheiden kommt – jedoch später als ursprünglich geplant. Statt zum 1. Januar 2026 wird die elektronische Zustellung nun erst ab dem 1. Januar 2027 zum Regelfall. Die kurzfristige Verschiebung kurz vor Jahresende 2025 verschafft Steuerpflichtigen und Beratern zusätzliche Vorbereitungszeit.

Zum ganzen Beitrag gelangen Sie hier.

Dr. Andreas Eisen (1. von rechts) im Gespräch mit Colette Boos-John (links), Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum des Landes Thüringen. (Fotocredit Genoverband e.V.)

Dr. Andreas Eisen hat am 1. Januar 2026 eine neue Aufgabe in der Interessenvertretung übernommen. Er verstärkt das Politikteam und wird dort seine Erfahrung und Expertise dafür nutzen, sich noch mehr für die Genossenschaften und die genossenschaftliche Idee einzusetzen.

Die politische Interessenvertretung der Genossenschaften ist entscheidend, um verlässliche, praxisnahe und zukunftsorientierte Rahmenbedingungen zu sichern. Sie sorgt dafür, dass die besondere Wirtschafts- und Organisationsform der Genossenschaften in politischen Entscheidungsprozessen angemessen berücksichtigt wird – sei es bei Regulierung, Förderung oder strategischen Weichenstellungen.

Als gemeinsamer Ansatz über alle genossenschaftlichen Branchen hinweg verfolgt die Interessenvertretung das Ziel, faire Wettbewerbsbedingungen herzustellen, Bürokratie abzubauen und die Rolle der Genossenschaften als stabilisierende, regional verankerte und nachhaltige Wirtschaftsakteure zu stärken.

Für Agrargenossenschaften bedeutet dies insbesondere, dass dieses Zukunftsmodell endlich nicht mehr diskriminiert wird. Vor allem im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) müssen Benachteiligungen wie durch Kappung und Degression verhindert werden und die Junglandwirteförderung endlich auch für alle Agrargenossenschaften gelten. 

Gemeinsam tragen alle Segmente der genossenschaftlichen Organisation dazu bei, wirtschaftliche Stabilität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und nachhaltige Entwicklung zu fördern – und benötigen hierfür eine starke, kompetente und gut vernetzte politische Interessenvertretung.

Der Wechsel von Dr. Andreas Eisen markiert auch den bewussten Karriereschritt, eine Führungsposition nicht bis zum Ende der Berufstätigkeit auszuüben. Dies fördert optimalerweise Veränderungsbereitschaft und stärkt die Innovationskraft der Organisation. Es schafft die Möglichkeit, langjährige Erfahrungen gezielt weiterzugeben und neue Impulse in anderen Bereichen einzubringen.

Zitat Andreas Eisen: „In der neuen Funktion kann ich mich zu 100 % um die politischen Themen der Genossenschaften kümmern – das freut mich sehr und spornt mich an! Gleichzeitig soll die Abgabe meiner Führungsverantwortung ein bewusstes und beispielgebendes Zeichen sein, für eine zeitliche Begrenzung solcher Rollen. Die neue Aufgabe ist für mich eine Rückkehr zu den Wurzeln beim damaligen Norddeutschen Genossenschaftsverband, wo ich vor 25 Jahren begonnen habe, die genossenschaftliche Idee voranzubringen.“

Die Agrarberatung und der Mitgliederservice für Agrargenossenschaften sind unter einheitlicher Leitung von Dr. Simone Roscher an den Standorten Berlin, Leipzig und Schwerin gebündelt. Unterstützt wird Dr. Simone Roscher von Jan-Ulf Holz als Teamkoordinator in Schwerin.

Nach ihrer Elternzeit ist Barbara Siwirska wieder als Teamleiterin Personal aktiv.

Mit gebündelter Kraft für die Agrargenossenschaften!

Simone Roscher Profil bild

Dr. Simone Roscher

Abteilungsleiterin Agrar

  • 030 26472-7051

Für die Landwirtschaft untersucht die AWADO Agrar- und Energieberatung Modellprojekt die Praxistauglichkeit des VSME -Standards für die Anforderungen der Banken.]

Auftakt war bei der Agrargenossenschaft Baalberge eG in Sachsen-Anhalt. Gemeinsam mit der Volksbank Börde-Bernburg eG, die fachlich von der DZ BANK AG unterstützt wird, wurde mit der Erarbeitung des ersten VSME-Berichts begonnen.

Zentrales Ziel des Projekts ist es, den VSMEStandard auf Praxistauglichkeit in landwirtschaftlichen Betrieben zu testen und notwendige Anpassungsbedarfe zu erkennen:
? Lässt sich mit den vorhandenen Datenpunkten die Nachhaltigkeit eine Landwirtschaftsbetriebes transparent darstellen?
? Wie hoch ist der Aufwand für den Betrieb?
? Wird der bankseitige Informationsbedarf vollständig gedeckt.
? Welche Datenpunkte sollte der Standardsetzer ggf. ergänzen?

Im Kick-off wurden die Ziele und Wahlrechte besprochen sowie relevante Datenpunkte präzisiert – ein wichtiger Schritt, um sowohl den Berichtsaufwand zu steuern als auch den Mehrwert für Betrieb und Bank zu erhöhen. So entsteht ein Reporting, das Orientierung bietet, Entscheidungen unterstützt und gleichzeitig realistisch im Alltag eines Agrarbetriebs umsetzbar bleibt.

Hier weiterlesen.

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 als „International Year of the Woman Farmer“ ausgerufen. Damit rückt die zentrale Rolle von Frauen in der Landwirtschaft weltweit in den Fokus. Mit der Serie „Starke Frauen in Genossenschaften“ leisten wir einen Beitrag, die Leistungen von Frauen als Unternehmerinnen, Landwirtinnen oder Fachkräfte sichtbar zu machen und die nächste Generation für ein zukunftsstarkes Berufsfeld zu begeistern.

Wir beginnen mit Sabine Eidam (31 Jahre), die zeigt, wie Zukunft in der Agrargenossenschaft gelingt.

Porträts & Geschichten – Persönliche Wege von Landwirtinnen zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft

Sabine Eidam ist 31 Jahre alt – und eine von vielen engagierten Frauen, die aktuell die Landwirtschaft aktiv prägen und weiterentwickeln. Ihr Weg auf den Hof war nicht geradlinig, aber mit klarer Leidenschaft: Aufgewachsen im ländlichen Raum, geprägt durch zahlreiche Urlaube auf Bauernhöfen, formte sich früh ihr Wunsch, mit Tieren und der Natur zu arbeiten.

Nach dem Abitur startete sie als erste Auszubildende im Bereich Tierwirtschaft (Rinderhaltung) im Betrieb ihrer Heimatregion. Es folgte das Studium der Agrarwirtschaft an der HTW Dresden – und heute ist Sabine ein Vorbild für viele junge Frauen. „Wir haben inzwischen zahlreiche weibliche Auszubildende – vielleicht auch durch meinen Weg und den anstehenden Generationswechsel“, erzählt sie.

Drei Worte für ihre Arbeit: Arbeit mit Tieren in der Natur – Heimatgefühl – Management

Mutig, kompetent, sichtbar: Frauen stärken die Landwirtschaft

Benachteiligungen aufgrund ihres Geschlechts hat Sabine selbst kaum erlebt – weder im heimischen Umfeld noch während ihrer Auslandserfahrungen. Kritische Kommentare älterer Kollegen? „Die habe ich mit einem Lächeln genommen. Man wächst mit seinen Aufgaben.“

Ihre Empfehlung an junge Frauen, die in die Landwirtschaft einsteigen möchten: „Herzblut, Liebe zum Beruf und eine echte Verbindung zu den Tieren – das ist die Grundlage.“

Denn ja, die Arbeit kann hart sein. Aber mit der richtigen Einstellung und einem starken Netzwerk lässt sich viel erreichen.

Familie & Landwirtschaft – ein Balanceakt, der gelingen kann

Für Sabine funktioniert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor allem durch ein stabiles Umfeld:

· Unterstützung durch ihren Partner

· einen Arbeitgeber mit Blick auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden

· moderne Betriebsstrukturen

· das lokale Kitasystem

So schafft sie es, dass der Nachmittag ihrem Sohn gehört – und jedes zweite Wochenende der gesamten Familie.

Innovation beginnt im Stall – und in den Köpfen

Frauen bringen in Betrieben oft neue Impulse: Ruhe, Struktur, andere Blickwinkel. Für Sabine ist klar: „Ein Hof muss sich ständig neu erfinden und seine Betriebszweige flexibel gestalten.“ Ein Beispiel dafür ist das „Struppener Hofgeflüster“ – ein direkter Draht zu den Kundinnen und Kunden, der Nähe schafft und die Direktvermarktung stärkt.

Mit Sorge blickt sie allerdings auf aktuelle Entwicklungen in der Milchwirtschaft. Internationale Handelsabkommen wie Mercosur polarisieren. Zugleich vertraut Sabine darauf, dass Qualität, Regionalität und innovatives Arbeiten langfristig überzeugen: „Die deutsche Landwirtschaft hat Zukunft, wenn sie innovativ bleibt.“

Ein Blick nach vorn: Was Sabine sich für die nächsten fünf Jahre wünscht

Sabine formuliert klare Ziele für die Branche:

· Mehr Unabhängigkeit in der Preisgestaltung vom Lebensmitteleinzelhandel

· Stärkere politische Rückendeckung für Landwirtinnen und Landwirte

· Mehr Förderung für die landwirtschaftliche Ausbildung

Dass Ausbildung ein Erfolgsfaktor ist, zeigt ihr Betrieb deutlich: Alle Mitarbeitenden haben hier gelernt. Für Sabine steht fest: „Heimische Ausbildung ist ein Gewinn für jeden Betrieb.“

Fazit: Frauen gestalten Landwirtschaft – heute und morgen

Sabines Geschichte zeigt, wie modern, vielfältig und zukunftsorientiert Landwirtschaft sein kann – und wie bedeutend der Beitrag von Frauen in der Branche ist. Mit Leidenschaft, Mut und Innovationskraft gestalten sie Betriebe, Werte und die Agrarwelt von morgen.

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