Aus dem Verband

Fachrat der Landwirtschaftlichen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften

  • 04.05.2026
  • Aus dem Verband

Am Mittwoch, den 15. April 2026, kam der Fachrat der Fachvereinigung Ländliche Ware zu seinem turnusmäßigen digitalen Austausch zusammen. Die Agenda zeigte bereits zu Beginn die thematische Breite: von verbandspolitischen Entwicklungen über wirtschaftliche Einordnungen bis hin zu aktuellen agrarpolitischen Positionierungen. Der Blick reichte dabei bewusst über den engeren Kreis der Fachratsarbeit hinaus und nahm die Herausforderungen der gesamten genossenschaftlichen Praxis in den Fokus.

Ein Schwerpunkt lag auf dem Update aus dem Genoverband. Vorstandsvorsitzender Michael Hoeck stellte die Mitgliederzentrierung als Leitmotiv für 2026 heraus: Ziel ist es, Prüfungs‑, Beratungs‑ und Bildungsangebote noch stärker an den tatsächlichen Bedarfen der Mitgliedsgenossenschaften auszurichten. Ergänzt wurde dies durch einen positiven Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Verbandsfamilie: steigende Umsätze, eine solide Ertragslage und eine weiterhin hohe Attraktivität der genossenschaftlichen Rechtsform mit 72 Neugründungen im Jahr 2025.

Die anschließende wirtschaftliche und konjunkturelle Einordnung machte jedoch deutlich, dass sich die Rahmenbedingungen verschärft haben. Der Nahost‑Konflikt wirkt sich spürbar auf Energie‑, Transport‑ und Düngemittelpreise aus und trifft die Landwirtschaft unmittelbar. Besonders der massive Anstieg der Diesel‑ und Stickstoffpreise erhöht den Kostendruck auf Betriebe und beeinflusst Anbau‑ und Investitionsentscheidungen. Vor diesem Hintergrund wurde die Bedeutung verlässlicher politischer Rahmenbedingungen und gezielter Entlastungen klar herausgestellt.

Große Aufmerksamkeit erhielt zudem das Thema Schnittstelle zwischen Kredit‑ und Realwirtschaft. Der Genoverband nutzt hier seine besondere Position, um regulatorische Anforderungen, insbesondere im Bereich ESG und Nachhaltigkeitsberichterstattung, praxisnah zu übersetzen und Bürokratie zu reduzieren. Vorgestellt wurde das neue, kostenfreie VSME‑Nachhaltigkeits‑Tool, das Genossenschaften eine strukturierte und bankentaugliche Berichterstattung ermöglicht und den Aufwand wiederholter Einzelabfragen deutlich begrenzen soll.

Ein weiterer Block widmete sich den aktuellen politischen Positionen. Diskutiert wurden unter anderem die anstehenden Landtagswahlen 2026, die Reformdebatten zur GAP ab 2028 sowie laufende Gesetzgebungsverfahren – von der Tierhaltungskennzeichnung über die UTP‑Richtlinie bis zur Mindestlohnfrage in der Saisonarbeit. Der gemeinsame Nenner: breiter Konsens innerhalb der Genossenschaften für Bürokratieabbau, Planungssicherheit und die Anerkennung genossenschaftlicher Strukturen als tragende Säule des ländlichen Raums.

Abgerundet wurde der Fachratsaustausch durch DRV-Wahlen, die Neubesetzung des DRV‑Hilfsfonds sowie eine kartellrechtliche Sensibilisierung, die die Bedeutung klarer Leitplanken für den Austausch im Verband unterstrich. Der digitale Fachratsaustausch bewies: Die Themen der ländlichen Ware sind komplex, aber die genossenschaftliche Gemeinschaft ist gut aufgestellt, um ihnen gemeinsam und mit klarer Stimme zu begegnen.

Sprechen Sie hierzu gerne an:

Laurie Breuer Profil bild

Laurie Breuer

Referentin Kommunikation und Politik

  • 0251 7186-9667

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