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Neues Trading-Angebot der Volks- und Raiffeisenbanken: Vorstands-Umfrage mit klarer Mehrheit für Brokerage

  • 21.09.2026
  • Pressemitteilungen

Eine große Mehrheit der Volks- und Raiffeisenbanken im Genoverband befürwortet ein neues zentral entwickeltes Trading-Angebot, mit dem auch Kundinnen und Kunden anderer Banken angesprochen werden können. Die Zustimmung zu verschiedenen Aussagen rund um das Thema Trading legt dabei nahe, dass gut drei Viertel (76 %) grundsätzlich für die Einführung einer zentral entwickelten Trading-Plattform sind: Darunter sind ca. 30 % uneingeschränkte Befürworter sowie 46 %, die dies befürworten, sofern die Kundenbeziehung und Ertragszurechnung klar bei den Primärbanken verbleiben würde. 14 % plädieren dafür, Trading ausschließlich über die VR Banking App anzubieten - sechs Prozent finden, dass Brokerage-Angebote den Instituten freigestellt bleiben sollten.

„Die Einführung einer zentral entwickelten Trading-Plattform, die auch Kundinnen und Kunden anderer Banken offensteht, würde uns bei unserem Geschäftsmodell viel strategischen Mut abverlangen. Dass in unserer Umfrage nur vier Prozent der Banken einen solchen weitreichenden Schritt grundsätzlich ablehnen, stellt ein hohes Maß an gemeinsamer Veränderungsbereitschaft in der genossenschaftlichen FinanzGruppe unter Beweis“, interpretiert Michael Hoeck, Vorstandsvorsitzender des Genoverbands, diese Ergebnisse. Die Zustimmung zu einer zentral entwickelten Trading-Plattform nimmt mit der Bankengröße zu – überdurchschnittlich hohe Zustimmungswerte werden besonders in den Größenklassen über 1 Mrd. Euro Bilanzsumme erzielt, die höchsten bei den Banken über 2,5 Mrd. Euro. Umgekehrt ist bei kleineren Häusern der Wunsch am stärksten ausgeprägt, Brokerage entweder nur in die VR Banking App zu integrieren oder die Entscheidungen darüber generell den einzelnen Häusern zu überlassen. Gleichzeitig liegt der Anteil derjenigen, die sich kein Urteil zu einer zentral entwickelten Trading-Plattform zutrauen, bei den kleinen Banken bis 250 Mio. Euro Bilanzsumme (23 %) und bis 500 Mio. Euro Bilanzsumme (13 %) tendenziell höher als bei größeren Häusern – in der Größenordnung über 2,5 Mrd. Euro macht keine Bank diese Angabe. „Wir müssen ein hohes Maß an Transparenz zu den Möglichkeiten eines Trading-Angebots für alle Beteiligten schaffen, um gute, gemeinsam umsetzbare Ergebnisse für die FinanzGruppe zu erreichen“, fordert Hoeck. „Gerade für die Gewinnung junger Menschen sind heute einfache digitale Prozesse, attraktive Angebote und ein nahtloses Nutzererlebnis erforderlich. Parallel dazu nimmt der Wettbewerbsdruck durch Direktbanken, Neobanken und neue internationale Anbieter zu.“

Vorstands-Umfrage spiegelt Veränderungen der Nachfrage- und Angebotsstruktur

Die Umfrage des Genoverbands spiegelt deutlich bereits stattfindende Veränderungen der Nachfrage- und Angebotsstruktur wider: Auf die Frage, inwieweit sich der Wettbewerb um Einlagen durch Fintechs und den Markteintritt von ausländischen Banken weiter verschärfen wird, antworten 54 % der Vorstände, sie sehen eine starke oder sehr starke Verschärfung des Wettbewerbes. Wenig oder keine Verschärfung sehen nur 13 %. „Gerade im Brokerage, aber auch im Zahlungsverkehr, beides Sektoren mit einer geringeren Regulierungsdichte, sind viele Fintechs unterwegs. Jetzt kommen ausländische Banken hinzu, die im Kredit- und Einlagengeschäft mit Lockvogel-Angeboten Kundinnen und Kunden gewinnen wollen. Passend dazu beobachten wir in den Umfrageergebnissen zur Unternehmenspolitik im Vorjahresvergleich erhebliche Zuwächse in der Bedeutungszuschreibung bei den Einflussfaktoren Wettbewerber und veränderten Kundenbedürfnisse“, ergänzt Michael Hoeck. Bei den genannten Faktoren steigt der Anteil derjenigen, die diesen einen sehr hohen Einfluss zuschreiben, jeweils um sieben Prozentpunkte. Nimmt man noch die Nennungen von hoher Bedeutung hinzu, dann kommen sie auf insgesamt 51 % bzw. 62 %. Hoeck: „Die Banken sehen die Notwendigkeit zu entsprechenden Investitionen in zukunftsfähige Leistungen. Wir müssen unser Angebot so gestalten, dass wir für Kundinnen und Kunden attraktiv sind und bleiben, gerade auch in der jungen Zielgruppe. Als Genoverband verstehen wir uns in diesem Prozess als Katalysator, indem wir nicht nur das Meinungsbild unserer Mitgliedsbanken erheben, sondern uns auch in der fachlichen Projektarbeit einbringen.“

Tiefenpsychologische Studie zu „Young Generation Trading“ identifiziert vier Zielgruppen für Volks- und Raiffeisenbanken

Mit Blick auf die digitale Neukundengewinnung und Kundenbindung bzw. höhere Brokerage-Marktanteile wurde im Auftrag des Genoverbands die tiefenpsychologische Studie New World, New Trades zum Thema Young Generation Trading** durchgeführt, Diese beleuchtet die Möglichkeiten, bei der wichtigen Zielgruppe der 18-35-Jährigen mit den Stärken der Volks- und Raiffeisenbanken zu punkten. Die Studie identifiziert vier interessante Gruppen mit Potenzial: Die Einstiegssegmente: Entspannte Aufschieber und Zurückhaltende Einsteiger sowie die etablierten Segmente Purpose Pragmatiker und Sicherheitssucher. Zum Beispiel würden Entspannte Aufschieber Brokerage vor allem als schnelle Option für mehr finanziellen Spielraum im Jetzt, mit einem möglichst niederschwelligen Einstieg ohne zu hohes Zeitinvest im Alltag nutzen. Die Sicherheitssucher setzen dagegen auf einen stetigen Vermögensaufbau und wünschen sich eine risikoarme Trading-Plattform mit Experten-Rückhalt. „Es wird in der FinanzGruppe nicht die eine Lösung für alle Typen geben, sondern wir brauchen sowohl Wege, um neue Kunden gewinnen als auch, um mit dem Depotangebot in der VR Banking App den digitalen Wertpapierhandel für unsere Bestandskunden weiterzuentwickeln“, betont der Vorstandsvorsitzende des Genoverbands.

Umsetzung von Kryptohandel in der App schreitet bei Mitgliedsbanken zügig voran

Währenddessen schreitet bei vielen Volks- und Raiffeisenbanken auch die Integration des Kryptohandels in der App zügig voran. 71 % der Volksbanken und Raiffeisenbanken gaben bei der letzten Umfrage im Sommer 2025 an, sich mit der Implementierung einer neuen technischen Lösung zum Kryptohandel beschäftigen zu wollen, sobald diese technisch zur Verfügung steht. Hier bestätigen die jetzt erhobenen Umfrage-Daten fast exakt die Rückmeldung aus dem vergangenen Jahr: Die ersten Häuser (6 %) sind bereits am Markt – weitere 26 % wollen dies zeitnah innerhalb von maximal fünf Monaten tun. Deutlich mehr als die Hälfte dürften interessierten Kunden den Kryptohandel in den nächsten zwei Jahren anbieten (59 %). Das Angebot richtet sich an Selbstentscheider und ist nicht Teil der Beratung für Privatkunden. Die regulatorisch notwendige Notifizierung bei der BaFin läuft zurzeit bereits bei 30 % aller Häuser, die zukünftig Kryptohandel anbieten wollen, 56 % werden sie noch anstoßen. „Mit der Einführung von meinKrypto ergänzen die Volks- und Raiffeisenbanken ihr Angebot um eine weitere, für jüngere digitalaffine Kunden interessante Möglichkeit. Für diese Zielgruppe gehört es zunehmend zum ganzheitlichen Bankangebot dazu“, ist Michael Hoeck überzeugt. „Niemandem ist damit gedient, wenn wir dieses Thema, an dem es wachsendes Interesse gibt, Wettbewerbern überlassen – die möglicherweise nur oder überwiegend Anlagen mit hohem Risiko bieten. Wer bei uns ist, der findet immer ein breites Spektrum von Anlagealternativen. Das Interesse an Geldanlagen ist generell gestiegen. Als FinanzGruppe wollen wir liefern, was die Kundinnen und Kunden beim Banking erwarten. Einfachheit, Flexibilität, erkennbare Mehrwerte – und das auf allen Kanälen, ob in der Filiale oder digital.“

*Die verwendeten Daten beruhen auf einer repräsentativen Online-Umfrage des Genoverband e.V. unter Bankvorständen der Mitgliedsbanken. Von den 264 Volksbanken und Raiffeisenbanken im Verbandsgebiet haben sich zwischen dem 31. Juli und dem 21. August 2026 74 % an der Umfrage beteiligt.

**Die Studie wurde vom Marktforschungsinstitut september in zwei Phasen durchgeführt. In der qualitativen Phase wurden insgesamt 52 Personen aus der Zielgruppe der 18- bis 35-Jährigen in Einzelinterviews und Gruppendiskussionen befragt. Darauf aufbauend erfolgte eine quantitative Online-Befragung mit einer Panelstichprobe von 1.016 Personen im Alter von 18 bis 35 Jahren (repräsentativ gewichtet für die 14 Bundesländer des GV-Verbandsgebietes). Zur vertieften Analyse wurde die Stichprobe zusätzlich um 119 Heavy Trader aufgestockt.

Sprechen Sie hierzu gerne an:

Volker Hetterich Profil bild

Dr. Volker Hetterich

Pressesprecher Banken

  • 069 6978-3163

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