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Bürokratieabbau in Landwirtschaft und Agrarwirtschaft: Aus ersten Schritten muss eine Reformagenda werden

  • 21.10.2026
  • Pressemitteilungen

Die Beratungen des Bundestages zum Bürokratieabbau im Geschäftsbereich des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMLEH) sind ein wichtiges Signal für Landwirtschaft und Agrarwirtschaft. Der Genoverband begrüßt die geplanten Entlastungen, fordert aber mehr Tempo und einen grundlegend einfacheren Regulierungsansatz.

Der Gesetzentwurf sieht unter anderem längere Fortbildungsintervalle beim Pflanzenschutz-Sachkundenachweis, weniger Meldepflichten im Lebensmittel- und Futtermittelrecht, einfachere Rückverfolgbarkeitsinformationen und den Verzicht auf kurzfristig neue GAP-Öko-Regelungen für das letzte Jahr der laufenden Förderperiode vor. Nach Angaben des BMLEH soll er Wirtschaft und Verwaltung jährlich um rund 13 Millionen Euro entlasten. Die Summe verdeutlicht, dass die angekündigte Entlastung nur ein Anfang sein kann.

„Gut ist, dass aus Ankündigungen konkrete Entlastungen werden. Nun braucht es eine dauerhafte Reformagenda von Bund, Ländern und EU: so viel Regulierung wie nötig, so wenig Bürokratie wie möglich.“, sagt Peter Götz, Vorstandsmitglied des Genoverband e.V.

GAP-Vereinfachung ist der nächste Prüfstein

Auch die nationalen Vereinfachungen des europäischen GAP-Rechts gehen in die richtige Richtung, etwa der dauerhafte Erhalt des Ackerstatus nach dem Prinzip „Acker bleibt Acker“ und die Abschaffung der verpflichtenden Stilllegung. Entscheidend wird jedoch die Ausgestaltung der GAP ab 2028.

Für Landwirtschaft und Agrarwirtschaft wird ein wesentlicher Teil der künftigen Rahmenbedingungen in Brüssel entschieden. Die GAP ab 2028 braucht deshalb ein grundlegendes Umdenken: weg von einer kleinteiligen, in der Praxis kaum umsetzbaren Detailsteuerung und hin zu einem klaren, verlässlichen Rahmen, der den Betrieben unternehmerische Spielräume lässt.

Statt immer neuer Einzelvorgaben braucht es wenige, verständliche und dauerhaft verlässliche Regeln. Regulierung und Kontrollen müssen sich auf das Erforderliche beschränken, praxistauglich sein und den tatsächlichen Risiken folgen. Nur so wird aus europäischer Agrarpolitik ein handhabbarer Rahmen statt eines immer dichteren Netzes aus Auflagen, Nachweisen und Sanktionen.

Das halbjährige Barometer Agrargenossenschaften des Genoverbandes ergab einen klaren Handlungsauftrag. In der Frühjahrsbefragung 2026 unter Vorständen und Führungskräften äußerten 97 Prozent Zustimmung zu Vereinfachung und Bürokratieabbau. Anders als bei vielen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kann die Politik hier unmittelbar etwas bewirken: Vorgaben auf das Notwendige begrenzen, Nachweispflichten abbauen und Kontrollen einfacher und risikoorientierter organisieren. Das entlastet die Betriebe und macht zugleich die staatliche Verwaltung wieder handlungsfähiger.

Auch die Umsetzung muss diesem Ansatz folgen: keine neuen parallelen Daten-, Berichts- und Kontrollsysteme, sondern vorhandene Informationen und anerkannte Nachweise konsequent nutzen. Gerade bei Genossenschaften liegt mit der gesetzlichen Pflichtprüfung bereits ein belastbarer Blick auf wirtschaftliche Resilienz, Geschäftsführung und Governance vor. Ein Staat, der Bürokratie abbauen will, sollte diesen Vorsprung nicht mit zusätzlichen Kontrollen quittieren, sondern als das nutzen, was er ist: eine verlässliche Grundlage für eine schlanke und risikoorientierte Aufsicht. Das Prinzip muss lauten: einmal prüfen, mehrfach vertrauen

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Dr. Andreas Eisen

Politische Interessenvertretung

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