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GAP ab 2028: Agrargenossenschaften fordern faire Rahmenbedingungen

  • 06.11.2026
  • Pressemitteilungen

Chemnitz, 5. November 2026. Der Fachrat der Fachvereinigung der Agrargenossenschaften im Genoverband und der DRV-Fachausschuss Agrargenossenschaften haben auf ihrer gemeinsamen Sitzung die „Chemnitzer Forderungen“ beschlossen. Mit dem gemeinsamen Papier richten sie einen klaren Appell an Bund und Länder: Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028 muss gemeinschaftliches Unternehmertum stärken und den Agrargenossenschaften verlässliche Zukunftsperspektiven eröffnen.

„Wer gemeinsam wirtschaftet und unternehmerische Verantwortung teilt, darf bei der Förderung nicht benachteiligt werden. Es geht nicht um Privilegierung, sondern um Gleichbehandlung der Agrargenossenschaften und ihrer aktiven Mitglieder“, erklärt Peter Götz, Vorstandsmitglied des Genoverbandes.

Für die Agrargenossenschaften steht mit der kommenden Förderperiode mehr auf dem Spiel als die Verteilung von Agrarmitteln. Es geht um die Frage, unter welchen Bedingungen sie künftig wirtschaften, investieren und ihre Betriebe weiterentwickeln können. Eine eigenständige und finanziell starke GAP ist dafür aus ihrer Sicht unverzichtbar.

Die Agrargenossenschaften lehnen Kappung und Degression der GAP-Basiszahlungen ab. Gemeinsam wirtschaftende aktive Mitglieder und Landwirte dürfen nicht allein aufgrund der Größe ihres Unternehmens schlechter gestellt werden. Die Agrargenossenschaften warnen, dass solche Einschnitte nicht nur einzelne Betriebe treffen, sondern auch Beschäftigung und regionale Wertschöpfung den strukturschwachen Regionen in Ostdeutschland gefährden.

Das Forderungspapier rückt deshalb die Menschen hinter den gemeinschaftlichen Unternehmen in den Mittelpunkt. Aktive Mitglieder tragen unternehmerische Verantwortung und gestalten die Entwicklung ihrer Betriebe mit. Agrargenossenschaften und ihre aktiven Mitglieder müssen gleichberechtigten Zugang zur Agrarförderung erhalten.

Das gilt auch für den Generationswechsel. Der Einstieg in eine Agrargenossenschaft eröffnet die Möglichkeit, als Mitglied und Miteigentümerin oder Miteigentümer Verantwortung zu übernehmen – auch ohne einen eigenen Hof. Die Agrargenossenschaften fordern, den Einstieg junger Landwirtinnen und Landwirte in ihre Betriebe gleichberechtigt zu fördern.

„Agrargenossenschaften verbinden gemeinschaftliches Unternehmertum mit demokratischer Mitbestimmung. Sie eröffnen den Einstieg in die Landwirtschaft auch ohne familiäre Hofnachfolge. Dieses Zukunftsmodell muss die Agrarpolitik stärken“, betont Götz.

Neben verlässlichen finanziellen Rahmenbedingungen brauchen die Betriebe eine praxistaugliche Förderung. Die Agrargenossenschaften kritisieren den hohen Aufwand durch Vorgaben, Nachweise und Kontrollen. Eine einfachere GAP soll sowohl die Betriebe als auch die Verwaltung entlasten und eine verlässliche Umsetzung der Förderung ermöglichen.

Bereits im Sommer hatte sich der Genoverband gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und dem Deutschen Raiffeisenverband an den Bundeskanzler gewandt. Die drei Verbände warnten vor den Folgen von Kappung und Degression für Investitionen und ländliche Wertschöpfung. Dabei machten sie auch auf die Bedeutung verlässlicher Zahlungsströme für die Finanzierung landwirtschaftlicher Betriebe aufmerksam.

„Agrargenossenschaften brauchen verlässliche Einnahmen als Grundlage für Zukunftsinvestitionen. Auch für ihre Finanzierungspartner ist diese Planungssicherheit entscheidend. Wer diese Basis schwächt, gefährdet die Entwicklung ganzer ländlicher Regionen“, erklärt Michael Hoeck, Vorstandsvorsitzender des Genoverbandes.

Mit dem Beschluss in Chemnitz fordern die Agrargenossenschaften Bund und Länder auf, ihre Anliegen gemeinsam in den Verhandlungen zur GAP ab 2028 und bei deren nationaler Umsetzung zu vertreten. Die zentrale Botschaft lautet: Gemeinsam wirtschaften darf kein Nachteil sein.

Die vollständigen „Chemnitzer Forderungen“ mit den konkreten Anliegen zur GAP ab 2028 sind dieser Pressemitteilung als Anhang beigefügt.

Sprechen Sie hierzu gerne an:

Andreas Eisen Profil bild

Dr. Andreas Eisen

Politische Interessenvertretung

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