Daten sind längst zu einem der wertvollsten Ressourcen der digitalen Wirtschaft geworden. Doch während Unternehmen, Plattformen und datengetriebene Geschäftsmodelle von ihrer Nutzung profitieren, bleibt für viele Menschen oft unklar, welche Informationen über sie gesammelt werden, wie sie verwendet werden und welchen Wert sie haben. Die Datengenossenschaft Reef Data eG möchte das ändern und stellt den Menschen in den Mittelpunkt der Datenökonomie.
Getragen wird die Reef Data eG von einem dreiköpfigen Vorstandsteam: Hans Joachim Conrad, Alois Kritl und Kevin Sturm stehen für die interdisziplinäre Ausrichtung der neuen Datengenossenschaft. Sie vereinen genossenschaftliche Erfahrung, finanzwirtschaftliche Kompetenz und technologische Expertise. Eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Reef Data eG übernimmt die Hamburger Volksbank. Sie überträgt das seit mehr als 150 Jahren bewährte genossenschaftliche Prinzip auf die digitale Welt: Gemeinsam lässt sich erreichen, was Einzelnen kaum möglich wäre. Mit ihrer Finanzierung hat sie den Weg von der Idee bis zum heutigen Produkt maßgeblich ermöglicht.
Datensouveränität als Grundlage einer fairen digitalen Wirtschaft
Die Idee, Daten nicht als anonyme Ware zu betrachten, sondern als persönliches Gut mit gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Potenzial. Für viele Menschen bleibt davon jedoch erstaunlich wenig sichtbar. „Wer Daten freiwillig und sicher bereitstellt, kann Einblicke gewinnen, neue Services nutzen und zugleich an möglichen Wertschöpfungen beteiligt werden, denn wer Daten bereitstellt, soll an ihrem wirtschaftlichen Wert teilhaben. Unternehmen und Organisationen erhalten im Gegenzug Zugang zu hochwertigen, nachvollziehbar und ethisch bereitgestellten Daten, die Innovationen, Analysen und neue Geschäftsmodelle ermöglichen.“ betont Vorstandsmitglied Sturm.
Ökosystem für Datentransparenz, -kontrolle und Teilhabe
Ziel ist es, Transparenz, Kontrolle und Teilhabe praktisch nutzbar zu machen:
Deshalb entwickelt die Reef Data eG ein gemeinschaftlich getragenes Ökosystem.
Die App schafft einen zentralen Zugangspunkt, über den Mitglieder ihre persönlichen Daten sowie Informationen aus digitalen Anwendungen sicher bündeln und selbstbestimmt verwalten können. Die Reef Data eG macht es möglich, Daten kontrolliert anzufordern, transparent einzusehen und sicher zu teilen – anonymisiert und datenschutzkonform.
Private Nutzerinnen und Nutzer agieren als Datenverarbeiter. Nach ihrer ausdrücklichen Freigabe werden diese synthetisiert, zu größeren Datenclustern zusammengeführt und können vermarktet werden. Im Gegenzug profitieren sie von einem fairen Erlösanteil sowie der Möglichkeit, ihre Daten für persönliche Erkenntnisse oder gesellschaftlich sinnvolle Zwecke wie Forschung zu nutzen.
Für Unternehmen, insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen, bietet Reef Data Zugang zu hochwertigen, rechtssicheren und ethisch gewonnenen Daten, um Wettbewerbsnachteile gegenüber großen Tech-Plattformen zu reduzieren. Ein wichtiger nächster Schritt ist der Einsatz künstlicher Intelligenz: Geplant ist ein persönlicher Datenassistent, der Informationen aus verschiedenen Lebensbereichen verknüpft und daraus individuelle Erkenntnisse ableitet. Durch die Kooperation mehrerer Unternehmen können neue Wertschöpfungsszenarien entstehen, etwa entlang von Lieferketten oder innerhalb einer Branche.
Genossenschaftliche Datenräume: Gemeinsam mehr aus Daten machen
Dr. Stefan Touchard, Berater beim Genoverband, der die Genossenschaft seit der Gründungsphase begleitet hat, sagt: „Die Reef Data eG verbindet damit technologische Sicherheit mit dem genossenschaftlichen Prinzip. In einer Genossenschaft entscheiden die Mitglieder gemeinsam und profitieren langfristig.“
Die Reef Data eG denkt Datensouveränität nicht nur aus Sicht einzelner Menschen, sondern auch als große Chance für Genossenschaften. Daten sicher und nach gemeinsam definierten Regeln miteinander auszutauschen, ohne die Kontrolle darüber aufzugeben, eröffnet Genossenschaften neue Möglichkeiten. Viele Genossenschaften verfügen bereits heute über wertvolle Daten aus Bereichen wie Mobilität, Handel, Wohnen, Energie oder Landwirtschaft. Oft verbleiben diese Informationen jedoch innerhalb einzelner Organisationen und werden nur begrenzt gemeinsam genutzt. Genossenschaftlich organisierte Datenräume können hier neue Perspektiven und Erkenntnisse schaffen. Sie ermöglichen es, Daten verschiedener Genossenschaften zusammenzuführen, um innovative Dienstleistungen zu entwickeln, fundiertere Entscheidungen zu treffen oder KI-Anwendungen auf einer breiteren und qualitativ hochwertigen Datengrundlage aufzubauen – ohne dass dafür die Abhängigkeit von einem zentralen Datenkonzern entsteht. Damit könnten Genossenschaften künftig nicht nur Kapital, Einkauf oder Infrastruktur gemeinschaftlich organisieren, sondern auch eine der bedeutendsten Ressourcen der digitalen Wirtschaft: Daten.
Für die Datengenossenschaft ist das eine konsequente Weiterentwicklung des genossenschaftlichen Prinzips: Nicht Daten zentralisieren, sondern ihre gemeinsame Nutzung organisieren. Nicht Kontrolle abgeben, sondern gemeinsame Regeln schaffen.
Mit diesem Ansatz positioniert sich die Reef Data eG als zukunftsorientierte Datengenossenschaft für ein digitales Zeitalter, in dem Datenkontrolle, Selbstwirksamkeit und gemeinschaftliche Wertschöpfung zusammengehören. Aus der Vision einer faireren Datenwirtschaft wird so ein konkretes Modell: „Selbstbestimmt handeln. Gemeinsam gewinnen“.