Newsletter Fachvereinigung Gewerbliche Genossenschaften Ausgabe 05/2026

Liebe Mitglieder,
liebe Leserinnen und Leser,

gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten kommt es darauf an, den Blick nach vorn zu richten und die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen daher ausgewählte Angebote des Genoverband e.V. vor, die Sie dabei unterstützen können, Ihr Geschäftsmodell zukunftsfest auszurichten.

Darüber hinaus haben wir für Sie wieder interessante Neuigkeiten aus verschiedenen Branchen und der Verbandsfamilie zusammengestellt.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre!

Die Inselgenossenschaft Helgoland hat den Kaufvertrag für die frühere Inselbäckerei sowie ein Wohn- und ehemaliges Ladengebäude unterzeichnet. Die erfolgreiche Gründung der Inselgenossenschaft Helgoland wurde intensiv durch Jennyfer Dutschke vom Genoverband begleitet. Mit ihrer fachlichen Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Gründung konnte der Grundstein für das heutige Projekt gelegt werden. Vorbehaltlich der Zustimmung der Gläubigerversammlung kann nun die Sanierung der Gebäude beginnen. Mit dem Vorhaben sichert die Genossenschaft die Backstube und will dafür sorgen, dass ab April 2027 wieder frische Backwaren auf Helgoland erhältlich sind. Ein weitergehender Bericht zum Kauf des Gebäudes findet sich beim NDR.

Mario Peterscheck (rechts) und Adrian Wolf vor der Produktionshalle ihres Backbetriebes (Foto Credit: Inselgenossenschaft Helgoland eG)

Jennyfer Dutschke

Beraterin

  • 0175 2459303

Über eine Förderung in Höhe von 21.500 Euro durch die Deutsche Fernsehlotterie freut sich die gemeinnützige Kloster Wiedenbrück eG. Mit den Mitteln wird ein neuer Gastro-Raum ausgestattet, der im Zuge des Dachgeschossausbaus entsteht. Dort können Gruppen, Ehrenamtliche und Caterer künftig Speisen und Getränke vorbereiten und für eine angemessene Bewirtung bei Veranstaltungen sorgen. In diesem Sinne erweitert die Genossenschaft die Nutzungsmöglichkeiten des ehemaligen Franziskanerklosters und entwickelt das historische Gebäude als offenen, nicht kommerziellen Ort für Begegnung, Engagement und Gemeinschaft weiter. Tiefergehende Ausführungen zur Förderung finden sich in diesem Beitrag.

Philipp Thimm Profil bild

Dr. Philipp Thimm

Berater
Wohnen/Immobilien, Handwerk und Handel

  • 0211 16091-4635

Unter dem Motto „Netzwerke stärken. Zukunft sichern.“ trafen sich die Mitglieder des Fachrats der Fachvereinigung der gewerblichen Waren- und Dienstleistungsgenossen­schaften am 17. und 18. September 2026 in Wiesbaden. Gastgeber der diesjährigen Sitzung war die DG Nexolution eG. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen in Wirtschaft, Politik und Genossenschaftswesen sowie der gemeinsame Austausch über die Zukunft genossen­schaftlicher Geschäftsmodelle.

Besondere Aufmerksamkeit galt den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf genossen­schaftliche Unternehmen. Diskutiert wurde, wie KI die Wertschöpfungsketten verändert und welche Folgen der Einsatz von KI-Agenten für Beschaffung, Vertrieb und Mitgliederbe­ziehungen haben kann. Einig waren sich die Teilnehmenden darin, dass Genossenschaften die technologischen Veränderungen aktiv mitgestalten müssen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.  

Ein weiterer Schwerpunkt waren die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen. Neben einem aktuellen Bericht aus dem Genoverband standen die Novelle des Genossen­schaftsgesetzes, Reformbedarf und Bürokratieabbau in Deutschland und EU sowie der Um­gang mit der Entgelttransparenz-Richtlinie auf der Agenda.  

Der zweite Sitzungstag drehte sich um neue Geschäftsansätze und Kooperationsmodelle. Vorgestellt wurde unter anderem die strategische Weiterentwicklung der DENTAGEN Wirt­schaftsverbund eG. Gemeinsam mit der Reef Data GmbH diskutierte der Fachrat außerdem, wie Datenkooperationen und die Plattform reef.coop helfen können, zusätzliche Mehrwerte in genossenschaftlichen Netzwerken zu schaffen und neue Formen der Zusammenarbeit zu er­möglichen. Mit der Vorstellung von Mein Plus bot die DG Nexolution eG einen Einblick in das Kundenbindungsprogramm der genossenschaftlichen Finanzgruppe und die damit ver­bundenen Kooperationsmöglichkeiten zwischen Banken und Gewerbeunternehmen.  

Neben den fachlichen Themen bot die Sitzung vor allem Raum für den persönlichen Aus­tausch und die Vernetzung innerhalb der genossenschaftlichen Gemeinschaft. Die Dis­kussionen machten deutlich, dass starke Kooperationen, digitale Innovationen und eine moderne Interessenvertretung entscheidende Faktoren für die erfolgreiche Weiterentwicklung gewerblicher Genossenschaften bleiben.

Fotorechte: Genoverband e.V.

Wie hängen Demokratie und Genossenschaften zusammen? Genau dieser Frage gingen zahlreiche Schülerinnen und Schüler beim Demokratietag Rheinland-Pfalz nach. Mitbestimmung, Verantwortung und Gemeinschaft werden von jungen Menschen aktiv gelebt. Schülergenossenschaften bieten dafür den idealen Rahmen – oft mit Volksbanken und Raiffeisenbanken als Partnergenossenschaften an ihrer Seite. Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link.

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Stefanie Herfort

Beraterin/Mediatorin
Schülergenossenschaften

  • 0211 16091-4679

Erstmals berichtet die Verbandsfamilie nach dem europäischen VSME-Standard über ihre Fortschritte, Herausforderungen und konkreten Maßnahmen in den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Soziales und Unternehmensführung. Der neue Standard sorgt für eine einheitlichere und besser vergleichbare Darstellung der Nachhaltigkeitsinformationen. Den vollständigen Bericht und weitere Informationen finden Sie unter diesem Link.

Verena Hildebrandt Profil bild

Verena Hildebrandt

Referentin Nachhaltigkeitsmanagement

Eine Genossenschaft fusioniert mit der Nachbargenossenschaft, wechselt die Warenwirtschaft und probiert zum ersten Mal KI aus. Jedes Mal landet sie bei denselben Daten, den Stammdaten über Kunden, Lieferanten und Artikel. An ihnen, so unsere These, entscheiden sich alle drei Vorhaben, lange vor dem Stichtag.

Wer SAP ECC nutzt, das bisherige Kernsystem von SAP, hat dafür zusätzlich ein Datum. Ende 2027 endet die Standardwartung, bis Ende 2030 bietet SAP eine verlängerte Wartung gegen Aufpreis an. Das Datum betrifft nur Häuser auf ECC.

Jens Hungershausen ist CIO der MEGA eG und seit 2020 Vorstandsvorsitzender der DSAG, der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe. Die MEGA beliefert als Großhandel Maler, Bodenleger und Stuckateure und hat 6.242 Mitglieder. Im Podcast „Mittelstand Kompass“ erzählt er, welche Rolle die Stammdaten bei allen drei Anlässen gespielt haben.

Altlasten im Kundenstamm bei der Umstellung

„Das habe ich persönlich auch ein ganzes Stück weit unterschätzt damals. Das war am Ende mit einer der größten Aufwandstreiber im Projekt.“ So beschreibt Hungershausen die Kundenstammdaten beim Wechsel von ECC auf S/4HANA. Die MEGA vollzog ihn nach seiner Schilderung 2018 und 2019 als Brownfield-Migration, also als Umstellung des bestehenden Systems samt Daten. Die Erfahrungswerte stammen aus einem Betrieb.

Dazu kam eine Altlast. Im System lagen Buchungskreise inzwischen geschlossener Gesellschaften, also deren eigene Buchhaltungen, in D-Mark und nie archiviert; das Konvertierungswerkzeug half dort nicht, sagt Hungershausen. Wer ein Altsystem abschalten will, muss nach den GoBD, den Vorgaben der Finanzverwaltung zur elektronischen Buchführung und Aufbewahrung, die aufbewahrungspflichtigen Daten einschließlich der Stammdaten gleichwertig überführen. Inhaltlich ändern darf die Migration diese Daten nicht. Gelingt die Überführung nicht, ist das Altsystem bis zum Ende der Aufbewahrungsfrist vorzuhalten. Das gilt für jede Warenwirtschaft, gleich welchen Herstellers.

Welcher Stammsatz bei der Fusion gilt

2024 beschlossen die Generalversammlungen die Verschmelzung der MEGA mit der Maler-Einkauf Rhein-Ruhr eG, die rund 800 Mitglieder mitbrachte. Ein halbes Jahr, sagt Hungershausen, habe man für die Vorbereitung genutzt. Kundenstammdaten seien abgeglichen und die neuen Standorte auf SAP gebracht worden. Bei zwei Verbundgenossenschaften stellt sich damit früh die Frage, welcher Stammsatz gilt, wenn ein Kunde oder Artikel in beiden Häusern geführt wird.

Für eine Verbundzentrale sind Stammdaten Teil der Leistung, und bei den Artikeldaten half der MEGA nach seiner Schilderung ein Datenpool. Mit der CMS Dienstleistungs-GmbH, der Servicegesellschaft eines Händlernetzes im Farbengroßhandel, hält die MEGA je zur Hälfte die HDM DATA GmbH. Sie sammelt die Materialstammdaten bei den Lieferanten ein, damit nicht zwei Häuser dieselbe Arbeit machen, sagt Hungershausen. Zahlen dazu, ob sich das rechnet, nennt die MEGA in ihren Meldungen nicht.

Muss es 2027 sein?

Die Frage stellt sich nur Häusern auf ECC. Hungershausen meint, wer heute noch umstellen müsse, habe wegen Ende 2027 eigentlich nur den Brownfield-Weg. Die DSAG hat 198 SAP-Anwenderunternehmen befragt, überwiegend ab 500 Beschäftigten. Ein Teil davon will noch in ECC investieren. Von diesen plant fast die Hälfte den Umstieg bis Ende 2030. Die Arbeit an den Stammdaten fällt bei jedem Zieljahr an. Die MEGA stellte nach Hungershausens Worten auch deshalb früh um, weil er noch qualifizierte Berater bekommen wollte.

Beim KI-Versuch wieder die Stammdaten

Beim ersten KI-Versuch, erzählt Hungershausen, arbeitete er mit Studierenden des Hasso-Plattner-Instituts an einem Chatbot für Mitarbeitende aus Produktdatenblättern. Den Auftrag habe er so gefasst, dass sie prüfen, ob die Merkmalswerte der Produkte als Datenbasis ausreichen. KI sei ein weiteres Werkzeug der IT, vieles lasse sich auch ohne sie lösen. Trotzdem solle jeder klein anfangen, gerade im genossenschaftlichen Sektor; ergebe sich nichts, habe man etwas gelernt. Große Projekte brauche es dafür nicht. Von den befragten DSAG-Unternehmen hatten 51 Prozent noch keinen KI-Anwendungsfall umgesetzt.

Für den Vorstand folgen daraus drei Entscheidungen.

1. Wer vor Fusion oder Umstellung festlegt, welcher Kunden- und Artikelsatz gilt, und wie das dokumentiert wird.

2. Wann das Altsystem abgeschaltet wird, und wann die Arbeit an den Daten dafür beginnt.

3. Welcher kleine KI-Versuch zuerst läuft, und wer vorher prüft, ob die Daten ihn tragen.

Jedes Haus hat seinen eigenen Stichtag, den Fusionstermin, den Abschalttermin der alten Warenwirtschaft oder den ersten KI-Test. Worüber er entscheidet, liegt in der Kundendatei, in alten Buchungskreisen und in Artikeldaten, die zwei Häuser doppelt pflegen. Dort beginnt das Projekt, lange vor dem ersten Termin mit dem Systemhaus.

In der ganzen Folge erzählt Hungershausen auch, wie die MEGA die Fusion vorbereitet hat und warum nicht jedes Problem KI braucht. Zu hören bei Spotify und Apple Podcasts, vorgestellt auch auf VR-WORKS.

Die AWADO GmbH WPG begleitet Fusionen und Systemwechsel von der Datenmigration bis zum ersten KI-Anwendungsfall. Für den KI-Einstieg bietet sie Strategie-Workshop und Grundlagenschulung an. Am Anfang steht ein kostenfreies Erstgespräch.

Christian Dicke Profil bild

Christian Dicke

Director IT-Prüfung und Beratung Mittelstand

  • 0211 16091-4540

Daten sind längst zu einem der wertvollsten Ressourcen der digitalen Wirtschaft geworden. Doch während Unternehmen, Plattformen und datengetriebene Geschäftsmodelle von ihrer Nutzung profitieren, bleibt für viele Menschen oft unklar, welche Informationen über sie gesammelt werden, wie sie verwendet werden und welchen Wert sie haben. Die Datengenossenschaft Reef Data eG möchte das ändern und stellt den Menschen in den Mittelpunkt der Datenökonomie.

Getragen wird die Reef Data eG von einem dreiköpfigen Vorstandsteam: Hans Joachim Conrad, Alois Kritl und Kevin Sturm stehen für die interdisziplinäre Ausrichtung der neuen Datengenossenschaft. Sie vereinen genossenschaftliche Erfahrung, finanzwirtschaftliche Kompetenz und technologische Expertise. Eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Reef Data eG übernimmt die Hamburger Volksbank. Sie überträgt das seit mehr als 150 Jahren bewährte genossenschaftliche Prinzip auf die digitale Welt: Gemeinsam lässt sich erreichen, was Einzelnen kaum möglich wäre. Mit ihrer Finanzierung hat sie den Weg von der Idee bis zum heutigen Produkt maßgeblich ermöglicht.

Datensouveränität als Grundlage einer fairen digitalen Wirtschaft

Die Idee, Daten nicht als anonyme Ware zu betrachten, sondern als persönliches Gut mit gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Potenzial. Für viele Menschen bleibt davon jedoch erstaunlich wenig sichtbar. „Wer Daten freiwillig und sicher bereitstellt, kann Einblicke gewinnen, neue Services nutzen und zugleich an möglichen Wertschöpfungen beteiligt werden, denn wer Daten bereitstellt, soll an ihrem wirtschaftlichen Wert teilhaben. Unternehmen und Organisationen erhalten im Gegenzug Zugang zu hochwertigen, nachvollziehbar und ethisch bereitgestellten Daten, die Innovationen, Analysen und neue Geschäftsmodelle ermöglichen.“ betont Vorstandsmitglied Sturm.

Ökosystem für Datentransparenz, -kontrolle und Teilhabe

Ziel ist es, Transparenz, Kontrolle und Teilhabe praktisch nutzbar zu machen: Deshalb entwickelt die Reef Data eG ein gemeinschaftlich getragenes Ökosystem.
Die App schafft einen zentralen Zugangspunkt, über den Mitglieder ihre persönlichen Daten sowie Informationen aus digitalen Anwendungen sicher bündeln und selbstbestimmt verwalten können. Die Reef Data eG macht es möglich, Daten kontrolliert anzufordern, transparent einzusehen und sicher zu teilen – anonymisiert und datenschutzkonform.

Private Nutzerinnen und Nutzer agieren als Datenverarbeiter. Nach ihrer ausdrücklichen Freigabe werden diese synthetisiert, zu größeren Datenclustern zusammengeführt und können vermarktet werden. Im Gegenzug profitieren sie von einem fairen Erlösanteil sowie der Möglichkeit, ihre Daten für persönliche Erkenntnisse oder gesellschaftlich sinnvolle Zwecke wie Forschung zu nutzen.
Für Unternehmen, insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen, bietet Reef Data Zugang zu hochwertigen, rechtssicheren und ethisch gewonnenen Daten, um Wettbewerbsnachteile gegenüber großen Tech-Plattformen zu reduzieren. Ein wichtiger nächster Schritt ist der Einsatz künstlicher Intelligenz: Geplant ist ein persönlicher Datenassistent, der Informationen aus verschiedenen Lebensbereichen verknüpft und daraus individuelle Erkenntnisse ableitet. Durch die Kooperation mehrerer Unternehmen können neue Wertschöpfungsszenarien entstehen, etwa entlang von Lieferketten oder innerhalb einer Branche.

Genossenschaftliche Datenräume: Gemeinsam mehr aus Daten machen.

Dr. Stefan Touchard, Berater beim Genoverband, der die Genossenschaft seit der Gründungsphase begleitet hat, sagt: „Die Reef Data eG verbindet damit technologische Sicherheit mit dem genossenschaftlichen Prinzip. In einer Genossenschaft entscheiden die Mitglieder gemeinsam und profitieren langfristig.“

Die Reef Data eG denkt Datensouveränität nicht nur aus Sicht einzelner Menschen, sondern auch als große Chance für Genossenschaften. Daten sicher und nach gemeinsam definierten Regeln miteinander auszutauschen, ohne die Kontrolle darüber aufzugeben, eröffnet Genossenschaften neue Möglichkeiten. Viele Genossenschaften verfügen bereits heute über wertvolle Daten aus Bereichen wie Mobilität, Handel, Wohnen, Energie oder Landwirtschaft. Oft verbleiben diese Informationen jedoch innerhalb einzelner Organisationen und werden nur begrenzt gemeinsam genutzt. Genossenschaftlich organisierte Datenräume können hier neue Perspektiven und Erkenntnisse schaffen. Sie ermöglichen es, Daten verschiedener Genossenschaften zusammenzuführen, um innovative Dienstleistungen zu entwickeln, fundiertere Entscheidungen zu treffen oder KI-Anwendungen auf einer breiteren und qualitativ hochwertigen Datengrundlage aufzubauen – ohne dass dafür die Abhängigkeit von einem zentralen Datenkonzern entsteht. Damit könnten Genossenschaften künftig nicht nur Kapital, Einkauf oder Infrastruktur gemeinschaftlich organisieren, sondern auch eine der bedeutendsten Ressourcen der digitalen Wirtschaft: Daten.

Für die Datengenossenschaft ist das eine konsequente Weiterentwicklung des genossenschaftlichen Prinzips: Nicht Daten zentralisieren, sondern ihre gemeinsame Nutzung organisieren. Nicht Kontrolle abgeben, sondern gemeinsame Regeln schaffen.

Mit diesem Ansatz positioniert sich die Reef Data eG als zukunftsorientierte Datengenossenschaft für ein digitales Zeitalter, in dem Datenkontrolle, Selbstwirksamkeit und gemeinschaftliche Wertschöpfung zusammengehören. Aus der Vision einer faireren Datenwirtschaft wird so ein konkretes Modell: „Selbstbestimmt handeln. Gemeinsam gewinnen“.

Stefan Touchard Profil bild

Dr. Stefan Touchard

Team-Koordinator
Verkehr und Logistik
und Gründungsberatung,
insb. für Wohnen/Immobilien, Handwerk und Handel

  • 0211 16091-4349

Gute Geschäftsmodelle wirken oft so selbstverständlich, dass sie kaum noch hinterfragt werden. Genau darin liegt ihre Stärke, manchmal aber auch ihre Schwäche. Denn Märkte verändern sich, Kundenerwartungen verschieben sich und technologische Entwicklungen eröffnen neue Möglichkeiten. Unternehmen sollten ihr Geschäftsmodell deshalb regelmäßig mit offenem Blick betrachten und prüfen, wo Anpassungen sinnvoll sind und neue Entwicklungsmöglichkeiten entstehen.

Von der Bestandsaufnahme zur Entwicklungsrichtung

An diesem Punkt setzt die Geschäftsmodellwerkstatt an. Das interaktive, moderierte und ergebnisorientierte Format bietet Vorständen, Aufsichtsräten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedsbetriebe einen geschützten Rahmen, in dem sie konkrete Optionen für die Weiterentwicklung ihres Geschäftsmodells erarbeiten können.

Dabei verbindet die Geschäftsmodellwerkstatt das Wissen der Teilnehmenden über ihre Genossenschaft, ihre Mitglieder und das jeweilige Marktumfeld mit der methodischen und betriebswirtschaftlichen Begleitung durch den Genoverband. Das Vorgehen wird auf die jeweilige Ausgangslage zugeschnitten und berücksichtigt die besonderen Strukturen und Entscheidungswege von Genossenschaften.

Sie möchten die Zukunft Ihres genossenschaftlichen Geschäftsmodells gemeinsam in den Blick nehmen? Weitere Informationen zur Geschäftsmodellwerkstatt finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag. Für ein persönliches Gespräch steht Ihnen Dr. Philipp Thimm gerne zur Verfügung.

Die Geschäftsmodellwerkstatt auf einen Blick (Quelle: Genoverband e.V.)
Philipp Thimm Profil bild

Dr. Philipp Thimm

Berater
Wohnen/Immobilien, Handwerk und Handel

  • 0211 16091-4635

Knapp drei von zehn Beschäftigten, die Künstliche Intelligenz beruflich nutzen, greifen auf Werkzeuge zurück, die ihr Arbeitgeber nicht bereitgestellt hat. Das zeigt ein Kurzbericht des Instituts der deutschen Wirtschaft vom 19. September 2026. Grundlage ist eine Befragung von knapp 5.000 Beschäftigten im März und April 2026.

Dabei zeigt sich ein bemerkenswerter Zusammenhang: Unter Beschäftigten, die ihrem Arbeitgeber ein starkes Engagement beim Aufbau von KI-Kompetenzen bescheinigen, nutzen 44,5 Prozent solche nicht bereitgestellten Werkzeuge. Ohne wahrgenommenes Engagement sind es 21,3 Prozent. Das Institut sieht darin ausdrücklich einen Zusammenhang, keine Ursache. Die Schulungen deshalb zurückzufahren, wäre laut Studie ein „Trugschluss“.

Die praktische Schlussfolgerung lautet vielmehr: Unternehmen müssen Kompetenzaufbau, datenschutzkonforme Werkzeuge und klare, kommunizierte Nutzungsregeln miteinander verbinden. Eine Schulung ohne bereitgestelltes Werkzeug und verbindliche Regeln kann eine Lücke hinterlassen, in der Beschäftigte auf private KI-Konten ausweichen.

Der praxisnahe Fahrplan zur KI-Einführung im Mittelstand

Der KI-Fahrplan für den Mittelstand zeigt in acht aufeinander aufbauenden Schritten, wie Unternehmen KI strukturiert und praxisnah einführen:

  1. KI-Beauftragten mit klarem Mandat benennen
  2. KI-Strategie mit Zielen und Ausschlüssen formulieren
  3. KI-Richtlinie mit verständlichen Spielregeln einführen
  4. Sicheres Sprachmodell für das Unternehmen bereitstellen
  5. Grundlagenschulung für alle Beschäftigten durchführen
  6. Rollenbasierte Schulungen für konkrete Tätigkeiten anbieten
  7. Promptkatalog mit geprüften, wiederverwendbaren Eingaben aufbauen
  8. Erste Projekte klein, wiederkehrend und messbar umsetzen

Die Reihenfolge ist entscheidend: Erst entstehen Verantwortung und Orientierung, dann folgen Werkzeug und Befähigung, schließlich die praktische Anwendung mit messbarem Nutzen.

Exkurs: Was eine KI-Richtlinie leistet

Eine KI-Richtlinie legt fest, welche KI-Werkzeuge das Unternehmen bereitstellt, mit welchen Daten diese genutzt werden dürfen, wer zuständig ist und wie bei Unsicherheiten vorzugehen ist. Eine verständliche Ampellogik kann dabei Orientierung geben: Grün steht für erlaubte Anwendungen, Gelb für Fälle mit Freigabe und Rot für ausgeschlossene Daten oder Entscheidungen.

Die KI-Richtlinie ist jedoch kein isoliertes Dokument. Sie ist das Ergebnis zuvor getroffener Entscheidungen zu Zuständigkeit, Zielen, Werkzeugen, Datenklassen, Beteiligung und Schulung. Gut ist sie, wenn sie verständlich, im Alltag anwendbar und nachweisbar umgesetzt wird.

Von den ersten Schritten bis zur passgenauen KI-Lösung

Der Fahrplan bildet den Einstieg, doch die Unterstützung durch AWADO geht darüber hinaus. AWADO begleitet mittelständische Unternehmen auch bei der Einführung agentischer KI-Systeme, die Aufgaben über mehrere Schritte hinweg bearbeiten und in bestehende Prozesse eingebunden werden können. Ebenso unterstützt AWADO bei der Entwicklung eigener, passgenauer KI-Lösungen, die sich an den konkreten Anforderungen, Daten und Abläufen des jeweiligen Unternehmens orientieren.

Für diese weiterführenden Vorhaben kann AWADO neben der eigenen Expertise auf die Hochschule Ansbach und weitere Kooperationspartner zurückgreifen. Mittelständische Unternehmen erhalten so eine durchgängige Begleitung, die von der ersten Orientierung über Pilotprojekte bis zur Einführung agentischer Systeme und individueller KI-Lösungen reicht.

Zwei Webinare für die praktische Umsetzung

Im Webinar „Der KI-Fahrplan für den Mittelstand: Acht konkrete Schritte vom KI-Beauftragten bis zum ersten Projekt“ zeigt AWADO am 17. November 2026 von 14:00 bis 15:00 Uhr, wie mittelständische Unternehmen KI strukturiert anhand von acht Schritten praxisnah einführen.

Zum Webinar „Der KI-Fahrplan für den Mittelstand – Acht konkrete Schritte vom KI Beauftragten bis zum ersten Projekt" anmelden

Das Webinar „Die KI-Richtlinie: Warum Sie eine brauchen und woran Sie eine gute erkennen“ behandelt am 1. Dezember 2026 von 10:00 bis 11:00 Uhr das Thema KI-Richtlinie.

Zum Webinar "Die KI-Richtlinie: Warum Sie eine brauchen und woran Sie eine gute erkennen" anmelden

Ansprechpartner:
Daniel Hoffmann
Telefon: +4921 116091 4142
E-Mail:

Seit dem 27. September 2026 gelten verschärfte Anforderungen an umwelt-, sozial- und nachhaltigkeitsbezogene Aussagen. Das politische Ziel, Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor irreführenden Versprechen zu schützen, ist grundsätzlich richtig. Zugleich wächst für Unternehmen der Anspruch, ihre Kommunikation sorgfältig zu prüfen und verwendete Aussagen nachvollziehbar zu belegen. Entscheidend ist nun, dass die neuen Regelungen rechtssicher und praxistauglich angewendet werden, damit glaubwürdiges Nachhaltigkeitsengagement sichtbar bleibt und nicht durch unnötige Unsicherheiten in der Kommunikation gebremst wird. Der AWADO Mittelstandsberatung Claim-Check unterstützt Unternehmen dabei, ihre Kommunikation systematisch zu untersuchen, mögliche Risiken zu erkennen und Handlungsbedarf zu priorisieren. Wie der Claim-Check funktioniert und worauf Unternehmen jetzt achten sollten, erfahren Sie unter diesem Link.

Ulrike Jürschik Profil bild
RA (Syndikusrechtsanwältin)

Dr. Ulrike Jürschik

Geschäftsfeld Mittelstand
Bereich Beratung und Mitgliederservice
Abteilung Ländliche Ware und Nachhaltigkeit

  • 0251 7186-9710

11.11.2026
Online-Seminar: Neu im Vorstand oder Aufsichtsrat in Genossenschaften – Modul 2 Bilanzierung, Bilanzanalyse und Kennzahlen
In diesem Modul lernen Sie, Jahresabschlusszahlen gezielt zu lesen und für Ihre tägliche Arbeit im Vorstand oder Aufsichtsrat nutzbar zu machen. Sie üben, zentrale Kennzahlen richtig zu interpretieren und die wirtschaftliche Lage Ihrer Genossenschaft anhand praxisnaher Beispiele sicher einzuschätzen. So gewinnen Sie Sicherheit für fundierte Entscheidungen im Gremium. Des Weiteren gibt es einen kurzen Exkurs zu den Aufgaben von Vorstand und Aufsichtsrat und zum Thema Pflichtprüfung der Genossenschaft gemäß GenG.
Weitere Informationen & Anmeldung

08.12.2026
Webinar: Informationssicherheit ohne IT-Projekt: der schlanke Weg für kleine Genossenschaften
Mit AWADO ISMS kompakt erhalten kleine Genossenschaften ein schlankes Informationssicherheits-Managementsystem, das zugleich die erforderlichen Nachweise für das BSI strukturiert dokumentiert. Erfahren Sie im Webinar am 8. Dezember 2026 von 14:00 bis 15:00 Uhr, wie Sie Ihre Informationssicherheit ohne großes IT-Projekt systematisch aufstellen.
Weitere Informationen & Anmeldung

08.12. – 10.12.2026 / 19.01 – 21.01.2027 / 16.02. – 19.02. 2027
Fachberatung im Vertrieb
Dieses 3-teilige Seminar richtet sich an Mitarbeitende im Innen- und Außendienst, die ihre vertrieblichen Fähigkeiten gezielt ausbauen möchten. Es bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Fachkompetenz praxisnah zu vertiefen und sich auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen im Vertrieb vorzubereiten. Gerade in der heutigen Zeit, in der Kundenbedürfnisse komplexer und Erwartungen höher sind, braucht es Mitarbeitende, die sowohl mit Fachwissen als auch Empathie und methodischer Sicherheit agieren.
Die Termine finden in Baunatal statt und unterteilen sich in drei Module (Beginn am ersten Tag jeweils um 09:00 Uhr, Ende am letzten Tag um 16:00 Uhr).
Weitere Informationen & Anmeldung

07.01. – 08.01.2027 (Markkleeberg/Leipzig) / 02.02. – 03.02.2027 (Rösrath)
Arbeitsorganisation für Führungskräfte
Der Tag war durchgeplant. Dann kommen Rückfragen aus dem Team, Kundenanliegen, spontane Meetings. Dazwischen gilt es, dringende Entscheidungen zu treffen. Kommt Ihnen das bekannt vor? In unserem neuen Seminar „Arbeitsorganisation für Führungskräfte“ lernen Sie, wie Sie Prioritäten setzen, Aufgaben wirksam delegieren und Ihren Arbeitsalltag so organisieren, dass wieder Zeit für Führung bleibt. Zielgruppe: Führungskräfte und Projektleitende, die Verantwortung tragen und ihre Organisation wirksamer gestalten möchten.
Weitere Informationen und Anmeldung

23.02. – 15.05. 2027 (Espenau/Kassel) / 23.02. – 11.06.2027 (Karlsruhe)
Digital und Präsenz: E-Commerce-Manager*in
KI, neue Suchtechnologien und digitale Plattformen verändern die Spielregeln im Onlinehandel. Wer digitale Vertriebskanäle strategisch steuert und moderne Technologien gezielt nutzt, erschließt neue Wachstums- und Ertragspotenziale.
Mit der Fortbildung „E-Commerce-Manager*in“ machen Sie Ihre Mitarbeitenden fit für die Zukunft des digitalen Vertriebs. Die Themen reichen von E-Commerce-Strategie und Shopmanagement über KI-Anwendungen bis hin zu digitalem Marketing und datenbasierten Entscheidungen. In sechs praxisnahen Modulen erwerben Sie Schritt für Schritt das Know-how, um E-Commerce ganzheitlich zu verstehen und erfolgreich zu gestalten: Zielgruppe: Mitarbeitende und Verantwortliche aus: Marketing / Vertrieb / Kundenmanagement / Service / Digital Business / E-Commerce, die digitale Geschäftsmodelle erfolgreich entwickeln und weiterdenken möchten. Die Termine teilen sich in sechs Module auf.
Weitere Informationen & Anmeldung

01.03. – 02.03.2027 (Rösrath) / 15.03. – 16.03.2027 (Region Leipzig/Halle) / 07.06. – 08.06.2027 (Karlsruhe)
Vom Kollegen zur Führungskraft: Den Rollenwechsel erfolgreich meistern
Der Schritt von der Kollegin bzw. dem Kollegen zur Führungskraft bedeutet einen tiefgreifenden Rollenwechsel. Dieses zweitägige Seminar richtet sich an neue Führungskräfte im bisherigen Team und unterstützt sie dabei, sich in ihrer neuen Rolle sicher zu positionieren. Im Fokus stehen typische Herausforderungen wie veränderte Erwartungen, Nähe und Distanz, Unsicherheit sowie der Aufbau von Autorität ohne Beziehungsverlust. Praxisfälle, Reflexion und individuelle Strategien helfen, Klarheit im Auftreten zu gewinnen. Ziel ist es, die Führungsrolle bewusst anzunehmen und tragfähige Arbeitsbeziehungen zu gestalten. Zielgruppe: Personen, die erstmalig eine Rolle als Führungskraft einnehmen
Diese aktuellen Inhalte erwarten Sie u.a.:

  • Der Rollenwechsel vom Teammitglied zur Führungskraft
  • Neue Erwartungen und veränderte Beziehungen im Team
  • Umgang mit Widerstand und Loyalitätskonflikten
  • Entwicklung eines individuellen Übergangs- und Handlungsplans

Die Termine finden in Baunatal statt (Beginn am ersten Tag jeweils um 09:00 Uhr, Ende am letzten Tag um 17:00 Uhr).
Weitere Information & Anmeldung

Hier finden Sie unsere wichtigsten Termine für die kommenden Wochen.

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